In den vergangenen Monaten haben Erneuerbare Energien eher an Zuspruch verloren, während allerorten Forderungen nach „Technologieoffenheit“ und dergleichen mehr laut wurden. Der klassischen Gasheizung wurde ebenso ein längeres Leben ermöglicht wie den Verbrenner-Autos. Doch durch den Irankrieg ändert sich dieser Tage so einiges. Sprunghafte Anstiege bei Öl- und Gaspreise zeigen schonungslos die Risiken dieser Energieform auf.
Das macht sich offenbar bereits unter den Verbrauchern bemerkbar. Denn wie der Versorger E.ON berichtet, gab es zuletzt eine sprunghaften Anstieg bei der Nachfrage nach PV-Anlagen. Man werde regelrecht überrannt und die entsprechenden Anfragen sollen sich im Vergleich zu vorherigen Monaten in etwa verdoppelt haben.
Der Wunsch nach Unabhängigkeit
Auch die Nachfrage nach Wallboxen für E-Autos und Wärmepumpen scheint stark anzuziehen. E.ON zufolge wollen sich Haushalte stärker gegen Schwankungen an den Energiemärkten absichern, was mit einer eigenen Anlage natürlich besonders gut möglich ist. Je länger der Krieg andauert und je weiter die Ölpreise steigen, desto größer dürften die Auswirkungen sein.
E.ON reagiert, indem bei den Solarteams bereits aufgestockt wird. Für das Unternehmen könnten sich in der neuerlichen Krise also Chancen verbergen. Davon bekommt die Aktie bisher aber nur wenig zu spüren. Zuletzt ging es mit den Kursen aufwärts, doch auf den Kriegsausbruch reagierte der Kurs zunächst mit Abschlägen.
EON Aktie Chart
E.ON: Auf dem Boden der Tatsachen
In Sachen Energieversorgung spielt Ideologie in den Diskussionen immer eine große Rolle, und das aus allen Richtungen. Der Irankrieg schafft nun jedoch Tatsachen und die steigenden Energiepreise lassen sich nicht wegdiskutieren. Je länger Öl und Gas teuer bleiben oder sogar noch weiter anziehen, desto mehr Rückenwind erhalten die Erneuerbaren. Genau das eröffnet E.ON und anderen Anbietern interessante Gelegenheiten. Gleichwohl bleibt weiterhin unklar, wie die Dinge sich weiter entwickeln mögen. Zumindest laut US-Präsident Donald Trump soll der Krieg „bald“ vorbei sein und die Ölpreise sollen dann „sehr schnell“ wieder sinken.
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