E.ON stockt sein Investitionsprogramm bis 2030 auf 48 Milliarden Euro auf – 5 Milliarden mehr als bisher geplant. Der Essener Energiekonzern reagiert damit auf zunehmende Netzengpässe in Europa, wo erneuerbare Energien und stromintensive Verbraucher wie Rechenzentren um Anschlüsse konkurrieren. Gleichzeitig dämpft das Unternehmen die Erwartungen für 2026, denn entscheidende regulatorische Weichenstellungen in Deutschland stehen noch aus.
Jahresergebnis 2025 überzeugt
Das bereinigte Konzern-EBITDA kletterte um 9 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro und erreichte damit das obere Ende der Prognosespanne. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg auf 3,0 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie auf 1,16 Euro.
Den größten Beitrag lieferte das Segment Energy Networks mit einem EBITDA von 7,7 Milliarden Euro – ein Plus von 12 Prozent. Rund 70 Prozent der deutschen Onshore-Windkapazität und fast die Hälfte der Solarkapazität speisen in die Netze von E.ON ein. Die Gesamtinvestitionen erreichten 8,5 Milliarden Euro, wobei allein 7 Milliarden in den Netzausbau flossen.
Im Segment Energy Retail sank das bereinigte EBITDA hingegen um 6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür war ein höherer Anteil von Festpreisverträgen in Großbritannien, die die Margen schmälerten.
Investitionsoffensive mit Vorbehalt
Das aufgestockte Investitionsprogramm sieht rund 40 Milliarden Euro für Energy Networks, 5 Milliarden für Energy Infrastructure Solutions und 2,5 Milliarden für Energy Retail vor. Die Dividende soll auf 57 Cent je Aktie steigen – 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis 2030 plant E.ON jährliche Dividendensteigerungen von bis zu 5 Prozent.
Doch die Rechnung hat einen Haken: Das Programm steht unter dem expliziten Vorbehalt adäquater regulatorischer Rahmenbedingungen. In Deutschland stehen mehrere Entscheidungen an, die die erlaubten Renditen beeinflussen. Ein Anpassungsfaktor für Betriebskosten wird bis Ende März erwartet, eine finale Entscheidung zur Gasregulierung folgt im November – mit direkten Auswirkungen auch auf den Strombereich.
Vorsichtiger Ausblick für 2026
Für das laufende Jahr rechnet E.ON mit einem bereinigten EBITDA von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro und einem Konzernüberschuss von 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,03 bis 1,11 Euro. Der scheinbare Rückgang gegenüber 2025 ist teilweise methodisch bedingt: Ab 2026 bereinigt der Konzern temporäre regulatorische Effekte im Segment Energy Networks.
Für 2030 peilt E.ON ein EBITDA von rund 13 Milliarden Euro und ein Ergebnis je Aktie von circa 1,45 Euro an. Diese Ziele decken sich weitgehend mit dem Analystenkonsens. Die ökonomische Nettoverschuldung sank zum Jahresende um 200 Millionen auf 43,2 Milliarden Euro.
Die ambitionierten Wachstumsziele stehen und fallen mit den regulatorischen Entscheidungen der kommenden Monate. Erst dann wird klar, ob E.ON das 48-Milliarden-Programm in vollem Umfang stemmen kann.
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