Dynatrace-Aktie: Starboard klopft an, und wie!

Der aktivistische Investor Starboard Value drängt Dynatrace zu höheren Aktienrückkäufen und Margensteigerungen. Die Aktie reagiert vorbörslich mit einem deutlichen Plus.

Auf einen Blick:
  • Starboard Value steigt als Top-5-Aktionär bei Dynatrace ein
  • Forderungen: beschleunigte Aktienrückkäufe und höhere Margen
  • Aktie war zuvor mehr als 15 Prozent im Jahresverlauf gefallen
  • Starboard sieht freien Cashflow je Aktie bis auf über 3,30 Dollar steigen

Mehr als 15 Prozent hatte die Dynatrace-Aktie im bisherigen Jahresverlauf verloren, über 20 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Dann kam Dienstagmorgen, vorbörslich, und plötzlich stand ein Plus von rund 8 Prozent auf dem Kurszettel. Der Grund: Starboard Value hat sich einen erheblichen Anteil an dem KI-Softwareanbieter gesichert und macht nun Druck.

Peter Feld schreibt einen Brief

Starboard-Managing-Member Peter Feld hat einen Brief an das Dynatrace-Management verfasst, der laut Wall Street Journal noch am Dienstag zugestellt werden soll. Darin stellt der aktivistische Investor klar, dass Dynatrace seiner Meinung nach ein großer Gewinner der KI-Integration sein müsste, es aber bislang nicht ist. Die Aktie handele mit einem Abschlag gegenüber Peers aus dem Bereich Software-Infrastruktur und Cybersicherheit. Das sei nicht akzeptabel.

Starboard ist demnach inzwischen einer der fünf größten Aktionäre des Unternehmens und hat in den vergangenen Monaten bereits privat Kontakt zur Dynatrace-Führung gesucht.

Dynatrace Aktie Chart

2,5 Milliarden Dollar, mindestens

Die Forderungen sind konkret. Starboard will, dass Dynatrace das Aktienrückkaufprogramm deutlich beschleunigt. Das Unternehmen hat zwar gerade erst einen neuen Plan über 1 Milliarde Dollar aufgelegt, aber Starboard hält das für zu wenig. Mehr als 2,5 Milliarden Dollar sollen innerhalb der nächsten drei Jahre an die Aktionäre zurückfließen. Außerdem sollen die Margen rauf, unter anderem durch straffere Kontrolle der Vertriebs- und Marketingkosten.

Der freie Cashflow je Aktie könnte sich laut Starboard in drei Jahren auf über 3,30 Dollar nahezu verdoppeln. Ob das Dynatrace-Management das genauso sieht, ist offen. Details nannte das Unternehmen bislang nicht.

Konsolidierung im Rücken

Starboard schreibt außerdem, der Vorstand solle offen sein für alle Wege zur Steigerung des Aktionärswerts. Das ist die Art Formulierung, die Übernahmespekulationen befeuert, und der Markt hat das offenbar verstanden. Palo Alto Networks kaufte zuletzt den Dynatrace-Wettbewerber Chronosphere für mehr als 3 Milliarden Dollar. Cisco schluckte Splunk für 28 Milliarden, wo Starboard ebenfalls investiert war.

Dynatrace bringt aktuell knapp 11 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung auf die Waage. Analysten zeigen sich zuletzt optimistisch, wegen neuer Produkte und einiger großer Kundenverträge, die zur Verlängerung anstehen. Starboard setzt darauf, dass das reicht, und fordert, dass das Management es auch so sieht. 8 Prozent vorbörslich sind schon mal ein Anfang.

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