Trotz verbesserter Einnahmeaussichten im Fondsgeschäft bleibt Goldman Sachs für die Aktie der DWS Group skeptisch. Analyst Oliver Carruthers hat das Kursziel für den Frankfurter Vermögensverwalter zwar von 60 auf 65 Euro angehoben, stuft das Papier jedoch weiterhin mit „Sell“ ein. Hintergrund der angepassten Schätzungen sind erwartete höhere Gebühreneinnahmen.
Am Markt spiegelt sich diese Zurückhaltung wider. Die DWS-Aktie notiert am heutigen Freitag bei 68,60 Euro, nachdem sie gestern bei 68,70 Euro aus dem Handel gegangen war. Damit liegt der Börsenkurs weiterhin über dem von Goldman Sachs gesteckten Kursziel. Seit Jahresanfang steht bei dem Titel ein Zuwachs von 21 Prozent zu Buche.
Skepsis trotz solider Ertragstrends
Die Einstufung durch Goldman Sachs verdeutlicht das Spannungsfeld, in dem sich die Fondstochter der Deutschen Bank bewegt. Auf der einen Seite stützen die Erträge aus der laufenden Vermögensverwaltung das Zahlenwerk, da gestiegene Handelsvolumina und die Entwicklung an den globalen Wertpapiermärkten die gebührenwirksame Basis vergrößern.
Auf der anderen Seite sehen skeptische Marktbeobachter die künftigen Bewertungsspielräume als begrenzt an. Carruthers passte seine Berechnungen für das Institut im Rahmen eines Branchenkommentars an, sieht das Chance-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Bewertungsniveau aber weiterhin als ungünstig für Neuanleger an.
Ausbau des passiven Produktangebots
Ungeachtet der verhaltenen Analystenstimme setzt die Gesellschaft ihre operative Expansion fort. Ein wesentlicher Pfeiler bleibt dabei das Geschäft mit passiven Anlageprodukten unter der Marke Xtrackers. Hier hat der Vermögensverwalter sein internationales Angebot erweitert und am gestrigen Donnerstag an der CBOE den Xtrackers MSCI EAFE 50% Hedged Equity ETF lanciert.
Das neue Produkt bildet den MSCI EAFE 50% Hedged to USD Index ab und setzt auf Aktien aus Industrieländern außerhalb Nordamerikas. Kennzeichnend ist die Konzeption: Der Fonds sichert rund 50 Prozent des anfallenden Währungsrisikos gegenüber dem US-Dollar ab und bietet Anlegern damit einen Mittelweg zwischen vollständig währungsgesicherten und gänzlich ungesicherten Engagements. Die Kostenquote beziffert das Unternehmen auf 0,20 Prozent.
Mit dem Vorstoß stärkt das Institut seine Position im hart umkämpften US-amerikanischen Markt. Zum 30. Juni 2026 umfasste die US-Produktlinie von Xtrackers 42 ETFs mit einem verwalteten Vermögen von rund 32 Milliarden US-Dollar. Auf globaler Ebene lag das Volumen der über 297 UCITS-ETFs und ETCs zur Jahreshälfte bei rund 334 Milliarden Euro.
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