Manchmal reicht es, wenn das Schlimmste bereits bekannt ist. Genau das erlebt Duni an diesem Dienstag: Die Aktie legt um 3,0 Prozent auf 78,60 schwedische Kronen zu — trotz eines Quartalsberichts, der auf den ersten Blick wenig Grund zur Freude liefert.
Zahlen bestätigen die Gewinnwarnung
Der Nettoumsatz im zweiten Quartal sank um 3,2 Prozent auf 1.823 Millionen schwedische Kronen. Das operative Ergebnis brach von 121 Millionen auf 65 Millionen schwedische Kronen ein, der Gewinn je Aktie rutschte auf minus 0,44 schwedische Kronen ab, nach plus 1,25 im Vorjahresquartal.
Der Grund liegt in der Umstellung auf ein externes Logistiksystem. Der Wechsel hat die Auslieferungskapazität temporär eingeschränkt, Duni musste auf teurere Transportlösungen und doppelte Lagerhaltung ausweichen. Entscheidend für die heutige Kursreaktion: Das Management hatte diese Entwicklung bereits am 12. Juni in einer Gewinnwarnung angekündigt. Der Bericht bestätigt damit lediglich, was der Markt schon eingepreist hatte — die gefürchtete zusätzliche negative Überraschung blieb aus.
Intraday rutschte die Aktie zunächst auf ein 52-Wochen-Tief von 74 schwedischen Kronen, bevor sie sich deutlich erholte. Ein Signal dafür, dass der Verkaufsdruck an diesem Kursniveau erschöpft sein könnte.
Sparprogramm und Ausblick auf Q3
Als positives Gegengewicht kündigte Duni ein neues Effizienzprogramm im Vertriebs- und Verwaltungsbereich an, das jährliche Einsparungen von 30 Millionen schwedischen Kronen bringen soll — mit voller Wirkung ab dem vierten Quartal 2026. Der Konzern erwartet zudem, dass sich die finanziellen Belastungen aus der Logistikumstellung im dritten Quartal deutlich abschwächen. Erste Verbesserungen seien bereits in den ersten Julitagen sichtbar geworden, auch wenn der Betrieb noch nicht vollständig normalisiert sei.
Der deutsche Markt blieb von den Störungen weitgehend verschont, da die Umstellung auf das neue Logistiksystem dort verschoben wurde. In Deutschland entwickelten sich Umsatz und Ergebnis trotz schwacher Marktlage in etwa auf Vorjahresniveau. Im Nahen Osten dagegen belasteten geopolitische Faktoren das Reise- und Tourismusgeschäft spürbar.
Strategisch treibt Duni parallel zwei Wachstumsinitiativen voran: Die Integration des kürzlich übernommenen Unternehmens Solserv im Bereich Verpackungslösungen läuft an, und die neue Beleuchtungsplattform d.ls wurde bereits auf Branchenevents vorgestellt. Ob das dritte Quartal tatsächlich die versprochene Entlastung bringt, dürfte sich an der Stabilität der Lieferkette zeigen — genau jenem Punkt, den das Management selbst als höchste Priorität benennt.
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