Was für eine Rallye: immer noch plus 340 Prozent seit einem Jahr und ein Plus von 900 Prozent seit drei Jahren. Doch: Die Aktie von Droneshield schwankt stark, ein Selbstläufer ist sie schon lange nicht mehr.
Derzeit notiert sie bei rund 2,20 Euro – weit von ihrem Jahreshoch von 3,80 Euro entfernt. Ein Blick in die Zahlen soll Aufschluss geben, ob sich ein Einstieg in Droneshield lohnt.
DroneShield Aktie Chart
Das sind die Produkte von Droneshield
Droneshield stellt Geräte zur Drohnenabwehr her. Diese können sowohl militärisch, als auch zivil benutzt werden, etwa von der Polizei oder Grenzbehörden.
Die Hauptprodukte von Droneshield sind …
- … Drone Gun Tactical
- 7 kg schweres Handgerät
- Zwingt die Drohne zum Landen oder zum Rückflug
- Seit 2018 auf dem Markt
- Drone Gun Mk4
- Weiterentwicklung der Drone Gun Tactical
- Seit 2023 auf dem Markt
- Rf Patrol Mk2
- Am Körper getragenes Gerät zur Drohnenerkennung
- Software-Update einmal im Quartal
- Seit 2020 auf dem Markt
- Drone Sentry
- Drone Sentry („Drohnenwächter“) ist ein modulares System zur Erkennung von Drohnen
- Dank des modularen Systems können spezifische Kundenwünsche bedient werden
- Software-Update einmal im Quartal
- Drone Sentry-X Mk2
- Ein mobiles System zur Erkennung von Drohnen
- Kann auf Fahrzeugen montiert werden
- Software-Update einmal im Quartal
- Seit 2023 auf dem Markt
Das sind die vier Segmente bei Droneshield.
- Hardware & Shipping („Gerät & Lieferung“)
- Geräte und Lieferung
- Aber keine Garantie, dass Geräte vereinbarte Spezifikationen haben
- Warranties („Garantien“)
- Garantien, dass Geräte vereinbarte Spezifikation haben
- Subscriptions-as-a-Service (SaaS) („Abo-Modell für Updates“)
- Software-Updates
- Mit RFAI hat Droneshield seine eigene Software entwickelt
- Service
- Umfasst z. B. Schulungen
Die Einnahmen verteilen sich derzeit wie folgt:
- Hardware & Shipping: 90,6 Prozent
- Warranties: 1,1 Prozent
- Subsricption: 5,4 Prozent
- Service: 2,9 Prozent
Vorab zwei Hinweise zu Beginn
Droneshield ist ein australisches Unternehmen. Der Dollar ist der australische Dollar, nicht der US-Dollar.
Und noch ein weiterer kleiner Hinweis: Droneshield ist schuldenfrei, zahlt keine Zinsen für Kredite oder Anleihen und ist daher nicht auf Fremdkapital angewiesen.
Droneshield: Umsatz schießt durch die Decke
Beginnen wir beim Umsatz: Der schießt gerade richtig durch die Decke. Droneshield entwickelt sich zum absoluten Umsatzkracher.
Umsatz Droneshield in Mio. Dollar
| Jahr | Umsatz |
| 2021 | 10,598 |
| 2022 | 163,886 |
| 2023 | 54,089 |
| 2024 | 57,529 |
| 2025 | 216,547 |
Die wachsende militärische Rolle von Drohnen in modernen Konflikten hat Droneshield kräftig Rückenwind verschafft. 2021 war das letzte Jahr vor dem russisch-ukrainischen Krieg – und seitdem ist der Umsatz im Vergleich zu diesem Niveau um rund 2.000 Prozent nach oben geschossen. Das ist eine Ansage.
Und vieles spricht dafür, dass der Trend zunächst anhält: Die Auftragseingänge ziehen massiv an – nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch zivil, etwa beim Schutz kritischer Infrastruktur wie Flughäfen.
Derzeit sitzt Droneshield auf Auftragsbeständen von 2,3 Mrd. Dollar – über 90 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das ist über das 10-Fache des Jahresumsatzes deutet auf eines hin: Die Umsätze werden weiter steigen.
Kosten für Forschung und Entwicklung Droneshield in Mio. Dollar
| Jahr | F&E-Kosten |
| 2021 | 5,569 |
| 2022 | 6,616 |
| 2023 | 11,060 |
| 2024 | 21,815 |
| 2025 | 45,374 |
Ja, die Kosten für Forschung & Entwicklung (F&E) gehen durch die Decke und haben sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Das Problem: Droneshield muss diese hohen Ausgaben schultern, um in der äußerst wettbewerbsintensiven Branche zu überleben.
Das Positive: Durch das stark wachsende Umsatzniveau von Droneshield relativieren sich die hohen F&E-Ausgaben ein Stück weit. Zwar steigen die absoluten Investitionen in Forschung und Entwicklung weiter deutlich an, doch im Verhältnis zum Umsatz wird der Anteil tendenziell kleiner. Das Unternehmen wächst also schneller, als die F&E-Kosten zulegen – zumindest phasenweise.
Aber ganz so glatt läuft es nicht: Auch die F&E-Quote, also der prozentuale Anteil am Umsatz, schwankt teils deutlich. Das zeigt, wie dynamisch – und eben auch unberechenbar – die Entwicklung aktuell noch ist. Je nach Projektlage, Auftragslage oder strategischem Fokus kann der Anteil von Jahr zu Jahr spürbar variieren.
Droneshield: Anteil der Kosten für Forschung zum Umsatz
| Jahr | Anteil in Prozent |
| 2021 | 52,4 |
| 2022 | 39,2 |
| 2023 | 20,4 |
| 2024 | 37,9 |
| 2025 | 21,0 |
Droneshield: Die Abo-Einnahmen nicht überschätzen
Droneshield erwirtschaftet den Löwenanteil seines Umsatzes mit Hardware. Mehr als 90 Prozent der Erlöse stammen aus dem Verkauf der physischen Produkte – also den Systemen zur Drohnenabwehr selbst. Das ist ganz klar das Kerngeschäft.
Ergänzend dazu bietet Droneshield Software zur Erkennung und Identifizierung von Drohnen an, die quartalsweise aktualisiert wird. Der Clou: Diese Lösungen laufen im Abo-Modell. Damit sichert sich Droneshield wiederkehrende Einnahmen – planbarer und in der Regel margenstärker als reine Hardwareverkäufe.
Keine Frage, das ist ein attraktiver Zusatzbaustein. Die Erlöse aus diesem Bereich sind in den letzten Jahren auch gewachsen. Trotzdem sollte man die Bedeutung realistisch einordnen: Der Software-Anteil liegt bei gerade einmal knapp über 5,0 Prozent des Gesamtumsatzes. Schön fürs Gesamtbild – aber (noch) kein echter Gamechanger.
Droneshield; Anteil der Software-Einnahmen am Umsatz
| Jahr | in Prozent |
| 2021 | 1,8 |
| 2022 | 2,0 |
| 2023 | 2,6 |
| 2024 | 4,9 |
| 2025 | 5,4 |
Droneshield: Wachstum trägt sich selbst
Was ich persönlich gut finde: das Working-Capital ohne Cashbestände.
Info: Das Working-Capital ohne Cashbestände ist das Umlaufvermögen, von dem man die liquiden Mittel und die kurzfristigen Verbindlichkeiten abzieht.
Unterm Strich heißt das: So viel Kapital steckt aktuell im laufenden Geschäft. Bei Droneshield sind das momentan 67,4 Mio. Dollar – im Vorjahr waren es noch 60,4 Mio. Dollar. Dieser Betrag ist also im operativen Betrieb gebunden und steht nicht einfach als freie Liquidität zur Verfügung.
Das beunruhigt mich allerdings nicht. Droneshield ist ein klarer Wachstumswert – und bei wachsenden Unternehmen ist es völlig normal, dass die Vorräte zulegen.
Wichtig ist dabei etwas anderes: Das Ganze geht nicht zulasten der Liquidität. Der Umsatz wächst mit +275 Prozent nämlich deutlich schneller als die Lagerbestände (+18,4 Prozent) und die Forderungen (+41,2 Prozent).
Heißt konkret: Droneshield hat offensichtlich kein Problem damit, die steigenden Umsätze auch einzutreiben. Und auch bei der Beschaffung der nötigen Komponenten scheint alles rund zu laufen – sonst würden wir hier ganz andere Effekte sehen.
In der Bilanz gibt es aktuell jedenfalls keine Hinweise auf Lieferengpässe oder auffällig lange Zahlungsziele. Wären Lieferketten ein Problem, würden die Lagerbestände stark anschwellen – und das würde sich negativ im Cashflow bemerkbar machen. Genau das sehen wir hier aber nicht.
Info: Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ist der Zahlungsmittelüberschuss, den ein Unternehmen durch sein laufendes Kerngeschäft erwirtschaftet Kurz gesagt: Wie viel Geld das operative Geschäft abwirft.
Genau das sehen wir aktuell aber nicht – im Gegenteil: Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit liegt bei plus 15,9 Mio. Dollar. Im Vorjahr stand hier noch ein deutliches Minus von 62,2 Mio. Dollar.
Das ist ein richtig gutes Signal. Denn es zeigt, dass das Wachstum langsam beginnt, sich selbst zu finanzieren.
Der positive operative Cashflow macht klar: Das Unternehmen wächst nicht, indem es immer mehr Kapital verbrennt. Stattdessen wird das operative Geschäft zunehmend aus eigener Kraft getragen – und das ist bei einem Wachstumswert alles andere als selbstverständlich.
Allerdings: Die Bruttomarge sinkt.
Info: Die Bruttomarge drückt aus, wie viel Prozent vom Umsatz nach Abzug der Umsatzkosten übrig bleibt. Umsatzkosten sind Aufwendungen, die direkt mit der Herstellung der Produkte verbunden sind. Erst von dem Geld, was übrig bleibt, können die Ausgaben für das operative Tagesgeschäft, Zinsen und Steuern beglichen werden.
Lag sie 2024 bei über 70 Prozent, so ist sie im letzten Jahr auf knapp über 60 Prozent gestiegen. Der Grund für diese Steigerung um über 10 Prozentpunkte zeigt das Dilemma von Droneshield: Es gab eine Abschreibung in Höhe von 8,5 Mio. Dollar auf veraltete Technik.
Doch die beiden etablierten Rüstungskonzerne RTX und Northrop kommen auf eine Bruttomarge von 20 Prozent, Lockheed Martin auf 10 Prozent. Und das deutsche Hensoldt, das ebenfalls in der Drohnenabwehr tätig ist, auf 20 Prozent.
Droneshield ist in einem Markt aktiv, der sich durch einen hohen Wettbewerb ebenso auszeichnet wie durch einen hohen Innovationsdruck. Daher resultieren auch die hohen Ausgaben für F&E. Produkte, die veraltet sind, müssen entweder vernichtet oder mit hohen Rabatten verkauft werden. Diese Abschreibungen belasten den Gewinn.
Droneshield: Gewinn schwankt stark
Diesen Umsatz kann Droneshield allerdings nicht in dauerhafte Gewinne umwandeln. Daran scheitert es (noch).
Gewinn / Verlust Droneshield in Mio. Dollar
| Jahr | Gewinn / Verlust |
| 2021 | – 5,174 |
| 2022 | – 0,851 |
| 2023 | + 10,397 |
| 2024 | – 0,344 |
| 20225 | + 0,920 |
Doch warum äußert sich dieses Wachstum nicht beim Nettogewinn? Der Grund: die explodierenden Aktienvergütungen.
Info: Aktienvergütung bedeutet, dass Mitarbeiter oder Führungskräfte Aktien erhalten – statt oder zusätzlich zu Geld.
Im letzten Jahr lag die Aktienvergütung bei 23,5 Mio. Dollar. Das ist ein enormes Plus, denn ein Jahr zuvor lag es bei unter 5,0 Mio. Dollar. Das ist eine Verfünffachung. Das drückt den Gewinn. Ja, das schon. Aber! Das führt nicht zum Kapitalabfluss.
So wurde erst vor einigen Tagen bekannt, dass Droneshield 160.000 neue Aktien ausgegeben hat. Allerdings nicht im Sinne einer Kapitalerhöhung, es fließt auch kein Geld ins Unternehmen. Hier handelt es sich um die Ausübung von Mitarbeiter-Optionen, die den Gewinn belasten und die Bestände von Aktionären verwässern. Solch eine Vorgehensweise ist für Wachstumswerte nicht unüblich.
Fazit: Das operative Geschäft ist stärker als es der Nettogewinn zeigt.
Lohnt sich ein Einstieg?
Droneshield ist kein Selbstläufer – aber ein spannender Wachstumswert mit Chancen und klaren Risiken. Genau solche Geschichten liebe ich. Mein Fazit: nichts spricht gegen den Aufbau einer kleinen Position. Eine größere jedoch nur für Anleger, die ein hohes Risikoprofil haben.
DroneShield-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue DroneShield-Analyse vom 08. März liefert die Antwort:
Die neusten DroneShield-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DroneShield-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
