„Der Start der nächsten Produktgeneration“ – so beschrieb CEO Angus Bean die neue Technologie RfAI-3, das jüngste Radiofrequenz-Erkennungssystem des australischen Drohnenabwehr-Spezialisten DroneShield. Die Aussage fiel in eine Phase, in der sich die Aktie von den Verwerfungen der vergangenen Wochen erholt. Nach dem Kursrutsch infolge der gesenkten Jahresprognose am 28. Juli hat sich das Papier stabilisiert. Am Freitag schloss die Aktie bei 1,37 Euro, ein Plus von 4,07 Prozent zum Vortag. Binnen sieben Tagen summierte sich das Kursplus auf 28,90 Prozent.
Bell Potter bleibt optimistisch, Jefferies zieht die Reißleine
Die Reaktionen der Analysten auf die Prognosekürzung fielen gegensätzlich aus. Bell Potter beließ es bei der Kaufempfehlung, senkte das Kursziel aber auf 2,50 Dollar. Jefferies ging den umgekehrten Weg und stufte die Aktie auf „Underperform“ herab, das neue Kursziel liegt bei 2,05 Dollar. Auch die Gewinnschätzungen wurden nach der Prognosekürzung nach unten angepasst: Der Konsens rechnet nun mit 0,1 Cent Gewinn pro Aktie für das Geschäftsjahr 2026, 0,6 Cent für 2027 und 1,8 Cent für 2028. Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Weg von schnellem Umsatzwachstum zu nachhaltiger Profitabilität länger dauern könnte als bislang angenommen.
Auslöser der Neubewertung war die Aktualisierung der Jahresprognose am 28. Juli: DroneShield kappte die Umsatzspanne für 2026 auf 250 bis 270 Millionen Dollar, deutlich unter der zuvor am Markt erwarteten Marke von rund 323 Millionen Dollar. Am selben Tag bezifferte das Unternehmen das bereits gesicherte Auftragsvolumen für das laufende Jahr auf 206 Millionen Dollar, nahezu auf Höhe des gesamten Vorjahresumsatzes. Ebenfalls am 28. Juli meldete DroneShield einen Auftrag über 23,2 Millionen Dollar mit einem europäischen Militärkunden, abgewickelt über COBBS BELUX BV, sowie den Marktstart von RfAI-3.
Neuer Aufsichtsrat und frische Partnerschaften
Abseits der Zahlen baut DroneShield sein Netzwerk aus. Seit dem 1. Juli sitzt Rear Admiral Lee Goddard CSC als unabhängiges nicht geschäftsführendes Vorstandsmitglied im Aufsichtsrat. Er bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in Verteidigung, nationaler Sicherheit und Industrie mit. Auf der Partnerseite unterzeichnete DroneShield bei der Messe Eurosatory 2026 eine Absichtserklärung mit Defenture für mobile Fähigkeiten zur Drohnenabwehr. Zudem gibt es eine Vereinbarung mit dem Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen Terma. Mit Overland AI kooperiert DroneShield, um das eigene System DroneSentry-X Mk2 mit dem unbemannten Landfahrzeug ULTRA zu verbinden.
Parallel dazu bleibt ein regulatorisches Risiko bestehen: Die australische Finanzaufsicht ASIC untersucht seit Mai Unternehmensmitteilungen und Handelsaktivitäten aus dem November 2025. DroneShield erklärte, vollständig kooperieren zu wollen. Eine Entscheidung der Behörde steht noch aus.
Nächster Prüfstein: Halbjahreszahlen am 26. August
Für Anleger rückt nun der 26. August in den Fokus. An diesem Tag will DroneShield die Halbjahreszahlen zum 30. Juni 2026 veröffentlichen und damit die vorläufigen Angaben aus der Prognosekürzung bestätigen. Besonders die Entwicklung der Bruttomarge, die im ersten Halbjahr auf 60 Prozent von zuvor 65 Prozent gesunken war, dürfte im Mittelpunkt des anschließenden Investorengesprächs stehen. Bis dahin bleibt die Aktie ein Papier für risikobereite Anleger, wie die kräftigen Kursschwankungen der vergangenen Wochen bereits gezeigt haben.
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