Liebe Leserin, lieber Leser,
da keimte zum Wochenstart wieder etwas Hoffnung auf bei Anlegern, und schon ist alles wieder vorbei: Am Montag war die Aktie von DroneShield, ausgehend von 1,07 Euro am Freitag, in Frankfurt bis auf 1,13 Euro gestiegen, nur um danach umso heftige einzubrechen. Am Freitag verlieren die die Papiere des australischen Drohnenabwehr-Spezialisten im frühen Handel weitere 1,6 Prozent und notieren bei nur noch 1,03 Euro. Das ist für die DroneShield-Aktie der tiefste Stand des Jahrs. Und das kommt nicht von Ungefähr!
DroneShield am unter Ende der Prognose
Denn DroneShield meldete am Donnerstag zwar einen Anstieg des für das Geschäftsjahr 2026 gesicherten Umsatzes auf umgerechnet 251 Millionen US-Dollar. Damit, und das ist die entscheidende Einschränkung, erreicht das Unternehmen lediglich das untere Ende seiner zuvor kommunizierten Prognose von 250 bis 270 Millionen US-Dollar. „Gestützt durch Folgeaufträge bestehender Kunden sowie eine neue Nachfrage nach Drohnenabwehrtechnologie“, wie man versicherte. Josh Bolot, Director of Investor Relations and Strategy bei DroneShield, berichtet von einer regen Nachfrage und zahlreichen Folgeaufträgen sowohl im militärischen als auch im zivilen Sektor
Insbesondere der Schutz kritischer Infrastrukturen, von Gefängnissen und anderen Einsatzbereichen „abseits des Schlachtfelds“ entwickeln sich demnach zu wichtigen Wachstumsfeldern. Zudem habe DroneShield den ersten Auftrag für RfRecon erhalten, das neu eingeführte, KI-gestützte Drohnenerkennungsgerät. Laut Bolot nutzt das Produkt die unternehmenseigene „RF AI 3“-Technologie, um mittels selbstlernender KI direkt am Gerät (Edge-Computing) bisher unbekannte Drohnensignale zu identifizieren.
Hoffnung auf größere Verteidigungsaufträge
- DroneShield verzeichne im normalen Geschäftsbetrieb wöchentlich Aufträge im Wert von 3 bis 8 Millionen US-Dollar
- „Dies sorgt neben größeren Verteidigungsaufträgen für eine stabilere Umsatzbasis“, betont Josh Bolot
Er verweist zudem auf drei Großaufträge mit einem Volumen von jeweils mehr als 20 Millionen US-Dollar in 2026 – aber zugleich auch auf gestiegene Kosten im Zuge der Geschäftsexpansion: Bolot zufolge haben die Investitionen in Infrastruktur und Systeme parallel zum Umsatzwachstum – von rund 50 Millionen US-Dollar auf voraussichtlich gut 250 Millionen US-Dollar – zugenommen. Der weitere Personalaufbau solle sich nun stärker auf die Bereiche Vertrieb und Kaufmännisches konzentrieren als auf Forschung und Entwicklung.
DroneShield präsentiert neue Finanzchefin
Auch eine Personalie gab DroneShield im Zuge der Mitteilung bekannt: Nach dem Ausscheiden des bisherigen Finanzchefs (CFO) nach acht Jahren hat das Unternehmen Rebecca Lowd, eine ehemalige Führungskraft von Afterpay und MYOB, zur neuen CFO ernannt. Bei Afterpay habe sie eine Kapitalbeschaffung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar sowie die Übernahme des Unternehmens durch Block für 39 Milliarden US-Dollar begleitet, heißt es. Zudem bekleidete Lowd Führungspositionen als CFO und CEO bei der börsennotierten Salmat sowie als Executive Director und CFO bei Bravura Solutions.
DroneShield setzt große Hoffnungen auf die Neue: Josh Bolot betont, sie bringe „eine ideale Kombination aus Erfahrung in börsennotierten Unternehmen sowie in den Bereichen Technologie, Software und Unternehmenswandel mit“. Zudem verfolge man „weiterhin das Ziel, mittelfristig wieder profitabel zu werden“. Dabei sollen der operative Hebeleffekt (Operating Leverage) und die hohen Bruttomargen die Rentabilität im Zuge des Umsatzwachstums unterstützen.
- Wirklich überzeugt hat all das an den Märkten allerdings nicht
- Der Aktienkurs von DroneShield spricht eine deutliche Sprache
DroneShield-Aktie büßte gut 70 Prozent ein
Ausgehend von 0,39 Euro noch im Februar 2025 waren die Anteilscheine im Vorjahr völlig irrational bis auf 3,78 Euro geschossen. Seit Oktober aber hat die Aktie, bedingt auch durch möglicherweise illegale Insidergeschäfte des damaligen Managements (die Prüfungen durch die Börsenaufsicht dauern an), mehr als 70 Prozent ihres Werts eingebüßt.
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