Liebe Leserin, lieber Leser,
der Ausverkauf bei der Aktie von DroneShield geht auch am Mittwochvormittag unvermindert weiter. Anfang Juli noch bei 1,52 Euro gehandelt, waren die Papiere des australischen Drohnenabwehr-Spezialisten bis zum Montag bereits auf 1,28 Euro zurückgefallen. Der Dienstag aber endete nach einem Geschäfts-Update in einem Kursdesaster. 1,17 Euro standen am Ende des Handels in Frankfurt nur noch auf dem Kurszettel der DroneShield-Aktie, ein Abschlag von fast zehn Prozent. Aktuell werden nur noch 1,10 Euro aufgerufen. Die Strategie des Unternehmens, so viel ist klar, ging nicht auf.
DroneShield Aktie Chart
DroneShield stellte RfAI-3-System vor
Denn mit den vorläufigen Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 hatte DroneShield zugleich zwei vermeintlich positive Nachrichten verbreitet. Zum einen stellten die Australier RfAI-3 vor. Das System sei entwickelt worden, „um in komplexen und sich rasch wandelnden Bedrohungslagen ein verbessertes Lagebild zu liefern, indem es drohnenbezogene HF-Emissionen (Hochfrequenz) erfasst, die über bekannte und bereits klassifizierte Signalquellen hinausgehen“, wie es hieß. Es handelt sich demnach
- um die dritte Generation der proprietären HF-Analyse-Engine von DroneShield zur Drohnenerkennung
- und markiere „einen bedeutenden Fortschritt in der Doktrin zur Drohnenabwehr“
RfAI-3 sei fähig, Drohnen zu erkennen, die nicht in bestehenden Datenbanken für HF-Signaturen verzeichnet seien. Herkömmliche HF-Erkennungsverfahren basieren demnach auf einem Modell klassifizierter Signalquellen, bei dem ein Fluggerät bereits katalogisiert sein müsse, bevor es identifiziert werden kann. „RfAI-3 nutzt Breitbanderkennung, um Emissionen im gesamten Spektrum zu erfassen, mit zuvor beobachteten Drohnensignaturen abzugleichen und für unbekannte Emissionen neue Signaturen zu erstellen – ergänzt durch eine Konfidenzbewertung zur Überprüfung durch den Bediener.“
Millionenauftrag war bereits eingeplant
Es war nicht die einzige gute Nachricht des Tages. Zugleich meldete DroneShield am Dienstag den Erhalt eines Vertragspakets im Gesamtwert von 23,2 Mio. US-Dollar durch einen Wiederverkäufer zur Lieferung an einen europäischen, militärischen Endkunden. Der Auftrag umfasse Hardware, Abonnements, Garantien und Dienstleistungen. Kleine Einschränkung: Die DroneShield-Hardware stammt demnach aus der bereits geplanten Produktion, wobei die Auslieferungen schrittweise im Laufe des Jahres 2026 erfolgen sollen.
„Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit führenden Partnern und Endkunden in Europa fortzusetzen – einer für DroneShield zentralen Wachstumsregion“, kommentierte DroneShield-CEO und Managing Director Angus Bean. Diese Aufträge unterstrichen „die Stärke unserer regionalen Partnerschaften sowie die Relevanz der Technologie von DroneShield in komplexen militärischen Einsatzszenarien“.
Wachstum bei DroneShield 2026 ausgebremst
Das alles zeigte an den Märkten allerdings keinerlei Wirkung, die dritte Botschaft hingegen schon. Es waren die vorläufigen Zahlen aus dem zweiten Quartal 2026. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 werde voraussichtlich 125,8 Mio. US-Dollar betragen, dies entspreche einem Anstieg von 74 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, hieß es zwar.
Das große Aber: Laut den vertraglich gesicherten Umsätzen für das Gesamtgeschäftsjahr 2026 sowie den im weiteren Jahresverlauf zu erwartenden Aufträgen rechnet der Anti-Drohnen-Spezialist mit einem Gesamtumsatz im Bereich von 250 Mio. bis 270 Mio. US-Dollar, was lediglich einem Anstieg um 15 bis 25 Prozent gegenüber 2025 entspricht.
- Noch gravierender für die Märkte aber war wohl ein anderer Umstand
- Die Bruttomarge bei DroneShield wird niedriger ausfallen als zuvor
Bruttomarge beim Anti-Drohnen-Spezialist sinkt
Diese wird laut Mitteilung für das erste Halbjahr 2026 auf 60 Prozent geschätzt, im Vorjahreszeitraum lag diese noch bei 65 Prozent. „Dieser Rückgang ist auf den Umsatzmix zwischen DroneShield-Lösungen und Hardware von Drittanbietern, Währungsschwankungen sowie Wertminderungen bei Rohstoffen zurückzuführen, die im Zuge der Standortverlagerung festgestellt wurden“, versuchte sich das Management in einer Erklärung. Genützt hat es nichts: Stand jetzt hat die Aktie allein im Juli knapp 30 Prozent an Wert eingebüßt.
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