Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei DroneShield klaffen operative Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Die Aktie beendet das erste Halbjahr tief im Minus. Neue Aktienoptionen heizen die Sorgen der Anleger weiter an.
Der Schlusskurs vom Montag lag bei lediglich 1,48 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier damit gut 25 Prozent an Wert. Vom 52-Wochen-Hoch ist der Titel fast 60 Prozent entfernt.
Ein Grund für den Druck ist die massive Verwässerung. Das Management gab kürzlich eine Tranche neuer Optionen aus. Wenige Tage zuvor platzierte DroneShield über 800.000 frische Aktien. Die ausstehende Aktienanzahl stieg innerhalb eines Jahres um 43 Prozent.
Ermittlungen belasten den Kurs
Schwerer wiegt ein regulatorisches Problem. Die Aufsichtsbehörde ASIC untersucht die Unternehmensmitteilungen vom vergangenen November. Der Auslöser hat es in sich. Gründer Oleg Vornik und Ex-Verwaltungsratschef Peter James verkauften damals ihre gesamten Aktienpakete. Die Folge: massive Unsicherheit am Markt.
Das Unternehmen kooperiert vollumfänglich mit den Ermittlern. Ein Zeitplan für den Abschluss der Untersuchung fehlt jedoch. Investoren preisen dieses Risiko gnadenlos ein.
Operatives Geschäft brummt
Das operative Geschäft steht im krassen Gegensatz zur Kursentwicklung. DroneShield meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 74,1 Millionen australischen Dollar. Das ist mehr als eine Verdopplung zum Vorjahr. Die liquiden Mittel stiegen auf knapp 223 Millionen Dollar.
Der Konzern arbeitet komplett schuldenfrei. Parallel dazu wächst das lukrative Software-Geschäft rasant. Die wiederkehrenden SaaS-Umsätze kletterten um 205 Prozent auf 5,1 Millionen Dollar. Langfristig peilt das Management einen Gesamtumsatz von einer Milliarde Dollar an.
Volle Auftragsbücher in Europa und den USA
Die Nachfrage nach Drohnenabwehr steigt weltweit. In Polen startete kürzlich eine neue Kampagne für lokale Lieferketten. Die ersten komplett in Europa gefertigten Systeme haben die Produktion bereits verlassen. Bis Ende 2026 soll die jährliche Kapazität auf 2,4 Milliarden Dollar steigen.
Auch in den USA sammelt DroneShield lukrative Verträge ein. Eine US-Sondereinheit bestellte Systeme im Wert von knapp 25 Millionen Dollar. Der US-Grenzschutz orderte Ausrüstung für knapp 14 Millionen Dollar. Diese Anlagen gehen direkt nach Texas.
Die Pipeline ist prall gefüllt. Aktuell verhandelt DroneShield über 13 Projekte mit einem Wert von jeweils über 20 Millionen Dollar. Das größte Einzelprogramm umfasst sogar 730 Millionen Dollar.
Am 26. August präsentiert das Unternehmen die Halbjahreszahlen. Dieser Termin liefert den ersten Beweis, ob die neuen europäischen Produktionslinien bereits Gewinne abwerfen.
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