DroneShield hat am Donnerstag seine erste europäische Produktionslinie für Drohnenabwehrsysteme in Betrieb genommen. Das ist operativ ein echter Schritt nach vorn — an der Börse kommt er trotzdem nicht gut an.
Amsterdam als neues Fertigungszentrum
Die neue Anlage in Amsterdam nutzt eine überwiegend europäische Lieferkette, produziert aber nach denselben Spezifikationen wie die australischen Einheiten. Das Ziel: kürzere Lieferzeiten und die Erfüllung lokaler Anforderungen für europäische Rüstungsverträge.
Der Hintergrund ist konkret. DroneShield verfolgt in Europa 66 aktive Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 1,3 Milliarden australischen Dollar. Das Unternehmen will seine globale Produktionskapazität bis Ende 2026 von 500 Millionen auf 2,4 Milliarden australische Dollar jährlich ausbauen.
Partnerschaft für mobile Drohnenabwehr
Parallel dazu unterzeichnete DroneShield auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 in Paris ein Memorandum of Understanding mit dem niederländischen Fahrzeughersteller Defenture. Die Vereinbarung sieht vor, DroneShields Systeme — darunter RfPatrol und DroneGun — in Defentures Mammoth- und GRF-Fahrzeugplattformen zu integrieren.
Das Ziel ist mobile Drohnenabwehr für NATO-Streitkräfte. Konvois sollen UAS-Bedrohungen künftig auch während der Fahrt erkennen und neutralisieren können.
Starkes Auftragspolster, schwacher Kurs
Die Expansion stützt sich auf ein solides Vertragsportfolio. Mit dem US-Verteidigungsministerium läuft ein Fünfjahresvertrag über 19,3 Millionen Dollar. Hinzu kommt ein Auftrag über 13,8 Millionen Dollar für Grenzsicherung in Texas sowie ein Vertrag mit einem lateinamerikanischen Verteidigungskunden über 9,7 Millionen Dollar.
Bell Potter und Petra Capital bewerten die Aktie jeweils mit „Buy“ und einem Kursziel von 4,80 australischen Dollar — und verweisen auf den wachsenden Markt für Drohnenabwehr, der bis 2030 von 4,5 auf 14,5 Milliarden Dollar ansteigen soll.
An der Börse spiegelt sich das nicht wider. Die Aktie notiert bei 1,66 Euro — rund 17 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16 Prozent. Der RSI liegt bei 35, was auf einen überverkauften Zustand hindeutet.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist die laufende Untersuchung der australischen Finanzmarktaufsicht ASIC, die seit Mitte Mai läuft. Wie lange sie das Sentiment drückt, hängt vom Ausgang ab. Den nächsten konkreten Anhaltspunkt liefern die Halbjahreszahlen im August 2026.
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