Starke Zahlen und ein prominenter Neuzugang im Vorstand. Eigentlich müsste die Stimmung bei DroneShield hervorragend sein. Die Realität an der Börse sieht anders aus. Die Papiere des Anti-Drohnen-Spezialisten brechen massiv ein.
Allein am Freitag verlor das Papier über neun Prozent und schloss bei 1,28 Euro. Auf Wochensicht steht ein sattes Minus von knapp 23 Prozent.
Der Hauptgrund für die Talfahrt ist regulatorischer Natur. Die australische Aufsichtsbehörde ASIC ermittelt gegen den ehemaligen CEO Oleg Vornik und zwei weitere Direktoren. Es geht um Aktienverkäufe im November 2025. Kurz nach diesen Transaktionen meldete das Unternehmen einen Millionenauftrag. Stunden später zog das Management die Mitteilung wieder zurück.
Solange diese Untersuchung läuft, ignorieren Investoren die operativen Fortschritte. Kein Wunder. Das Misstrauen wiegt schwerer als das laufende Geschäft.
Frischer Wind im Vorstand
Am Dienstag zieht Lee Goddard in den Aufsichtsrat ein. Der pensionierte Konteradmiral bringt drei Jahrzehnte Erfahrung im Verteidigungssektor mit. Seine Kontakte zu Militärs in Australien und den USA sollen helfen, die Technologie besser an staatliche Anforderungen anzupassen.
Parallel dazu baut das Unternehmen seine Präsenz in Europa aus. DroneShield startete kürzlich eine Lieferketten-Kampagne in Polen. Das Land investiert als größter relativer NATO-Zahler massiv in autonome Systeme. Die erste europäische Zentrale in Amsterdam steht bereits. Mitte des Jahres sollen dort die ersten lokal produzierten Systeme vom Band rollen.
Warten auf den Mega-Deal
Finanziell steht der Konzern solide da. Im ersten Quartal verdoppelte sich der Umsatz auf gut 74 Millionen australische Dollar. Der operative Cashflow war erneut positiv. Das Unternehmen sitzt auf üppigen Barreserven und hat keine Schulden.
Die weltweite Vertriebspipeline umfasst aktuell 312 Projekte. Das Gesamtvolumen liegt bei 2,2 Milliarden Dollar. Europa und Großbritannien machen davon die Hälfte aus.
Ein einzelner Großauftrag über 730 Millionen Dollar überstrahlt alles. Das Management erwartet die Vergabe in der zweiten Jahreshälfte. Ein Zuschlag wäre ein massiver Kurstreiber.
Software als Zukunftstreiber
Das Management treibt den Wandel zum Softwareanbieter voran. Die entsprechenden Umsätze verdreifachten sich im ersten Quartal. Aktuell machen wiederkehrende Einnahmen aber erst knapp sieben Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Bis 2030 plant die Führungsebene einen Anteil von mindestens 30 Prozent. Der Weg dorthin ist noch weit.
Im August präsentiert DroneShield die Halbjahreszahlen. Der Bericht liefert erste Daten zur Rentabilität der neuen europäischen Produktionslinien. Bis zur Klärung der Vorwürfe diktiert jedoch die ASIC-Ermittlung das Marktgeschehen. Die charttechnische Lage bleibt extrem angespannt. Der Kurs notiert aktuell rund 34 Prozent unter der 50-Tage-Linie.
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