DroneShield Aktie: 48 Prozent Strike am 29. Mai

DroneShield verzeichnet Rekordzahlen, aber Aktionäre lehnen Vergütung ab. Neues Führungsduo steht vor Bewährungsprobe.

Auf einen Blick:
  • Erster Strike gegen Vergütungspolitik
  • Umsatzsprung um 121 Prozent
  • ASIC ermittelt gegen Ex-Manager
  • Quartalsbericht als wichtiger Test

DroneShield steckt in einem Zwiespalt. Auf der einen Seite eine Rebellion der Aktionäre gegen die Vergütungspolitik, auf der anderen Seite Rekordzahlen bei Umsatz und Zahlungseingängen. Der erste offizielle Strike unter australischem Recht ist die Folge. Jetzt muss das neue Führungsduo liefern.

Die Aktie notierte am Freitag bei 2,04 Euro – ein Plus von 1,83 Prozent. Auf Wochensicht gewann sie 9,23 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 3,65 Euro, das Tief bei 0,73 Euro. Ein Indiz für die extrem hohe Volatilität.

Hauptversammlung mit Nachhall

Am 29. Mai trafen sich die Aktionäre in Sydney. 48 Prozent stimmten gegen den Vergütungsbericht – ein sogenannter erster Strike. 43 Prozent lehnten die Aktienoptionen für den neu eingesetzten CEO Angus Bean ab.

Der board spill droht: Kommt bei der nächsten Hauptversammlung ein zweiter Strike, könnte der gesamte Aufsichtsrat abgewählt werden. Zwar billigte die Versammlung die Wahl von Hamish McLennan als neuem Chairman, die Erhöhung der Vergütung für Nicht-Geschäftsführer und die Ausgabe von Optionen an Bean. Doch das Misstrauen sitzt tief.

McLennan ist kein Unbekannter. Er ließ als Chef von REA Group den Marktwert von rund 2 auf 20 Milliarden australische Dollar steigen. Jetzt muss er das Governance-Vertrauen wiederherstellen – bei gleichzeitigem Wachstumstempo.

Die ASIC-Ermittlung schwebt über allem

Die Aufsichtsbehörde ASIC prüft, ob drei frühere Führungskräfte im November 2025 Aktien verkauft haben, bevor ein 7,6-Millionen-Australische-Dollar-Auftrag später als unverbindlich eingestuft und zurückgezogen wurde. Zudem geht es um den Vorwurf der doppelten Umsatzverbuchung.

Das Unternehmen hat Konsequenzen gezogen: strengere Clearance-Prozeduren, verlängerte Blackout-Perioden und ein neu geschaffenes Disclosure Committee.

BlackRock fiel am 19. Mai unter die meldepflichtige Beteiligungsschwelle. Citigroup und JPMorgan waren bereits zuvor ausgestiegen. Die Governance-Skepsis greift auf institutionelle Anleger über.

Operativ läuft es – und zwar deutlich

Die Geschäftszahlen sprechen eine andere Sprache. Im ersten Quartal 2026 schossen die Kundenzahlungen um 360 Prozent auf 77,4 Millionen australische Dollar hoch. Der Umsatz stieg um 121 Prozent auf 74,1 Millionen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 lag der Umsatz bei 216,5 Millionen – ein satter Sprung.

Die Bilanz ist schuldenfrei. 222,8 Millionen australische Dollar Cash polstern die Liquidität. Der Auftragsbestand beträgt 154,8 Millionen. 312 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden warten in der Pipeline.

Besonders erfreulich: Die SaaS-Umsätze schnellten um 312 Prozent auf 11,6 Millionen. Wiederkehrende, margenstarke Erlöse gewinnen an Gewicht.

Katalysatoren in den Startlöchern

Die kommenden Wochen sind dicht getaktet. Am 3. Juni legt DroneShield den ersten Quartalsbericht unter CEO Bean vor. Er wird zeigen, ob die Governance-Wirbel den operativen Betrieb beeinträchtigt haben.

Im Juni geht es um den Gauntlet-II-Qualifier des Pentagons. 48 Unternehmen konkurrieren um einen begehrten Platz im Drohnen-Abwehrprogramm – deutlich mehr als die ursprünglich 18 geplanten.

Ein weiterer Treiber: Das NATO-Programm für einen verifizierten Lieferantenpool für Drohnenabwehrsysteme bis Mitte 2026. Eine Aufnahme würde die Türen zu den Verteidigungsetats aller Mitgliedstaaten öffnen.

Der Safer Skies Act, eingebettet in den NDAA 2026, erlaubt erstmals lokalen Strafverfolgungsbehörden den aktiven Einsatz von Drohnenabwehr. Tausende neue Kunden könnten folgen.

Analysten uneins, Quartalsbericht als Lackmustest

Die Meinungen der Analysten gehen auseinander. Jefferies stuft die Aktie auf Hold ein, mit Kurszielen zwischen 3,70 und 4,80 australischen Dollar. Bell Potter ist bullisher: Buy mit Zielen von 4,80 bis 6,00 australische Dollar.

Technisch zeigt der kurzfristige Durchschnitt ein Kaufsignal, der langfristige ein Verkaufssignal. Widerstand bei 3,45 australischen Dollar, Unterstützung bei 3,08.

Der Quartalsbericht am 3. Juni wird der erste echte Test. Gelingt es dem neuen Management, die narrative zurück auf das Rekordwachstum zu lenken? Die Frage bleibt offen, die Antworten kommen in den nächsten Tagen.

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