Der australische Drohnenabwehrspezialist DroneShield hat am 30. Mai seinen 20-Tage-Durchschnitt nach oben durchbrochen — ein technisches Signal, das auf veränderte Anlegerstimmung hindeutet. Dahinter steckt mehr als Chartmuster: Das Unternehmen liefert operative Zahlen, die den Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate erklären.
Vom Verlust zur Profitabilität
Das Geschäftsjahr 2025 markierte eine Zäsur. Der Umsatz kletterte auf 216,5 Millionen australische Dollar — ein Plus von 276 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals schrieb DroneShield schwarze Zahlen: Das Nettoergebnis drehte auf 3,52 Millionen AUD, das operative EBITDA erreichte 36,5 Millionen AUD.
Die Bilanz ist solide. Zum 26. Mai verfügte das Unternehmen über 223 Millionen AUD Cash — ohne jegliche Schulden. Das Eigenkapital lag zuletzt bei 336,6 Millionen AUD.
Produktionskapazität soll auf 2,4 Milliarden skalieren
Für 2026 hat das Management ein ehrgeiziges Ziel formuliert: Die jährliche Fertigungskapazität soll bis Jahresende auf 2,4 Milliarden AUD steigen. Dafür baut DroneShield dedizierte Produktions- und Vertriebsstandorte in den USA und Europa auf, um Lieferketten zu Rüstungspartnern zu verkürzen.
Bereits jetzt ist die Auftragsbasis beachtlich. Das bereits gebuchte Umsatzvolumen für das laufende Geschäftsjahr 2026 lag Mitte Mai bei 161 Millionen AUD — 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und entspricht 74 Prozent des gesamten FY2025-Umsatzes. Wiederkehrende Erlöse aus SaaS-Verträgen machen 13 Prozent dieser gesicherten Einnahmen aus, ein Anteil, den das Management weiter ausbauen will.
Die Vertriebspipeline wurde im zweiten Halbjahr 2025 auf rund 2,3 Milliarden AUD beziffert. Als Blaupause für weitere internationale Aufträge dient ein europäischer Militärvertrag über 61,6 Millionen AUD, der Mitte 2025 unterzeichnet wurde.
Bewertung lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen
An der Frankfurter Börse notiert die Aktie aktuell bei 2,04 Euro — knapp 44 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 3,65 Euro, aber auf Zwölf-Monats-Sicht noch immer fast 179 Prozent im Plus. Der RSI liegt bei 43,8, die annualisierte Volatilität bei über 55 Prozent.
Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 3,13 Milliarden AUD. Das Forward-KGV für FY2026 liegt bei 73,9 — eine Bewertung, die auf weiterhin starkes Wachstum setzt. Wachstumsverzögerungen oder Verschiebungen im Auftragseingang würden den Kurs empfindlich treffen. Nächster Prüfstein sind die Halbjahreszahlen für FY2026, die Aufschluss darüber geben werden, ob die Kapazitätserweiterung planmäßig verläuft.
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