Die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2026 haben die Anleger von Drägerwerk verschreckt. Trotz eines leichten Umsatzwachstums und reger Nachfrage ging das operative Ergebnis spürbar zurück. Am Markt geriet der Titel daraufhin unter Verkaufsdruck: Die Aktie verliert heute 8,3 Prozent auf 97,20 Euro.
Der Grund für die Skepsis liegt in der Ertragsentwicklung. Zwar konnte das Lübecker Unternehmen mehr Aufträge verbuchen als vor einem Jahr, doch höhere interne Ausgaben drückten die Profitabilität unerwartet deutlich nach unten.
Hohe Kosten belasten das operative Ergebnis
Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) belief sich im dritten Quartal auf rund 48 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch 56,7 Millionen Euro ausgewiesen. Die operative Marge verschlechterte sich parallel dazu von 6,8 Prozent auf 5,6 Prozent.
Die Ertragskraft stand dabei noch stärker unter Druck, als es das reine Betriebsergebnis vermuten lässt. In den ausgewiesenen 48 Millionen Euro sind nämlich Zollrückerstattungen in Höhe von 20,1 Millionen Euro enthalten. Belastend wirkten sich nach Unternehmensangaben vor allem gestiegene Funktionskosten aus, die das Ergebnis dämpften.
Sicherheitstechnik treibt den Auftragseingang
Deutlich robuster präsentierte sich hingegen die Nachfrageseite. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Jahresviertel um 2,1 Prozent auf rund 851 Millionen Euro, was währungsbereinigt einem Zuwachs von 1,0 Prozent entspricht.
Noch dynamischer entwickelte sich das Neugeschäft. Der Auftragseingang erhöhte sich um 8,2 Prozent auf rund 926 Millionen Euro. Wesentlicher Treiber dieses Zuwachses war die Sparte Sicherheitstechnik, die ein Auftragsplus von 20 Prozent erzielte.
Jahresprognose trotz Dämpfer bekräftigt
Trotz der Ergebnisdelle im dritten Quartal hält der Vorstand an den Zielmarken für das Gesamtjahr fest. Für das Gesamtjahr 2026 stellt Drägerwerk unverändert ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 2 und 6 Prozent in Aussicht. Die operative Marge soll im Gesamtjahr eine Spanne von 6 bis 8 Prozent erreichen.
Rückendeckung erhält das Unternehmen von Analystenseite. Das Analysehaus mwb research merkte zwar an, dass das Quartals-EBIT enttäuscht habe. Die Experten stuften die Jahresziele für 2026 jedoch weiterhin als erreichbar ein und beließen ihre Empfehlung für das Papier auf „Kaufen“.
Genaueren Aufschluss über die Treiber der Kostenentwicklung und den Geschäftsverlauf in den einzelnen Regionen dürften die detaillierten Zwischenergebnisse liefern. Drägerwerk hat die Veröffentlichung des vollständigen Berichts für das dritte Quartal für den 29. Oktober angekündigt.
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