Doximity-Aktie: Erst Rekordzahlen – dann der Absturz!

Trotz Rekord-Free-Cashflow von 107 Mio. Dollar bricht die Doximity-Aktie ein. Grund ist ein enttäuschender Ausblick und steigende KI-Kosten.

Auf einen Blick:
  • Doximity-Aktie fiel um gut 21 Prozent auf 18,38 Dollar, Jahresverlust nun bei 48 Prozent
  • Umsatzprognose für Fiskaljahr 2027 mit 664 bis 676 Millionen Dollar deutlich unter Analystenschätzungen
  • KI-Investitionskosten belasten die Bruttomarge, CEO Tangney warnt vor Druck auf kurzfristige Margen
  • Rekord-Free-Cash-Flow von 107 Millionen Dollar im abgelaufenen Quartal

Jeffrey Tangney klang stolz. Kein Wunder: 107 Millionen Dollar Free Cash Flow in einem einzigen Quartal, das hatte Doximity noch nie geschafft. „Das erste Quartal mit einem neunstelligen Free Cash Flow in unserer Geschichte“, sagte der CEO und Mitgründer im Earnings Call. Rekord. Und dann kam der Kurs.

Minus 21 Prozent. Einfach so.

Im vorbörslichen Handel am Donnerstag rauschte die Doximity-Aktie um gut 20 Prozent nach unten. Wer die Aktie zu Jahresbeginn gekauft hat, sitzt nun auf einem Verlust von 48 Prozent. Fast die Hälfte weg.

Der Grund ist schnell erzählt, aber nicht so schnell verdaut: Der Ausblick hat nicht gezündet. Doximity erwartet für das Fiskaljahr 2027 einen Umsatz zwischen 664 und 676 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt gut 687 Millionen Dollar auf dem Zettel. Das klingt nach einer kleinen Lücke, wirkt auf den Markt aber wie eine Ohrfeige.

KI kostet, und zwar jetzt

Dazu kommt ein Thema, das gerade viele Tech-Unternehmen beschäftigt, bei Doximity aber besonders schmerzhaft trifft: die KI-Kosten. Perry Gold, Vice President of Investor Relations, sprach offen von einem Druck auf die Bruttomarge, der durch KI-Rechenkosten getrieben werde. Tangney selbst warnte, die höheren KI-Investitionen würden „auf die kurzfristigen Margen drücken“. Das adjusted EBITDA soll zwischen 323 und 335 Millionen Dollar liegen.

Gleichzeitig gibt es Reibungsverluste bei der Einführung von KI-gestützter Suche im Pharmabereich. Compliance-Prozesse, Keyword-Setups, Prüfläufe, das alles verlangsamt laut Tangney den Umsatzzeitplan. Nichts davon klingt nach schnellem Wachstum.

Doximity Aktie Chart

Pharma will KI, nur nicht sofort

Immerhin eine überraschend ehrliche Einschätzung lieferte Tangney auf die Frage nach dem mittelfristigen Potenzial: „Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie sehr sie alle wirklich auf KI setzen“, sagte er über die großen Pharmaunternehmen. Einige der Top-20-Pharmakonzerne hätten sogar Mindestbudgetanteile von 10 bis 20 Prozent für KI festgelegt.

Das klingt gut. Nur hilft es der Aktie heute wenig, wenn das Geld erst in zwei oder drei Jahren fließt und die Margen schon jetzt leiden.

Rekord mit Haken

107 Millionen Dollar Free Cash Flow, das erste neunstellige Quartal der Unternehmensgeschichte, und die Aktie verliert fast die Hälfte ihres Jahreswertes. Manchmal ist ein Rekord eben nur der schönste Moment kurz vor dem Absturz.

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