Jeffrey Tangney klang stolz. Kein Wunder: 107 Millionen Dollar Free Cash Flow in einem einzigen Quartal, das hatte Doximity noch nie geschafft. „Das erste Quartal mit einem neunstelligen Free Cash Flow in unserer Geschichte“, sagte der CEO und Mitgründer im Earnings Call. Rekord. Und dann kam der Kurs.
Minus 21 Prozent. Einfach so.
Im vorbörslichen Handel am Donnerstag rauschte die Doximity-Aktie um gut 20 Prozent nach unten. Wer die Aktie zu Jahresbeginn gekauft hat, sitzt nun auf einem Verlust von 48 Prozent. Fast die Hälfte weg.
Der Grund ist schnell erzählt, aber nicht so schnell verdaut: Der Ausblick hat nicht gezündet. Doximity erwartet für das Fiskaljahr 2027 einen Umsatz zwischen 664 und 676 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt gut 687 Millionen Dollar auf dem Zettel. Das klingt nach einer kleinen Lücke, wirkt auf den Markt aber wie eine Ohrfeige.
KI kostet, und zwar jetzt
Dazu kommt ein Thema, das gerade viele Tech-Unternehmen beschäftigt, bei Doximity aber besonders schmerzhaft trifft: die KI-Kosten. Perry Gold, Vice President of Investor Relations, sprach offen von einem Druck auf die Bruttomarge, der durch KI-Rechenkosten getrieben werde. Tangney selbst warnte, die höheren KI-Investitionen würden „auf die kurzfristigen Margen drücken“. Das adjusted EBITDA soll zwischen 323 und 335 Millionen Dollar liegen.
Gleichzeitig gibt es Reibungsverluste bei der Einführung von KI-gestützter Suche im Pharmabereich. Compliance-Prozesse, Keyword-Setups, Prüfläufe, das alles verlangsamt laut Tangney den Umsatzzeitplan. Nichts davon klingt nach schnellem Wachstum.
Doximity Aktie Chart
Pharma will KI, nur nicht sofort
Immerhin eine überraschend ehrliche Einschätzung lieferte Tangney auf die Frage nach dem mittelfristigen Potenzial: „Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie sehr sie alle wirklich auf KI setzen“, sagte er über die großen Pharmaunternehmen. Einige der Top-20-Pharmakonzerne hätten sogar Mindestbudgetanteile von 10 bis 20 Prozent für KI festgelegt.
Das klingt gut. Nur hilft es der Aktie heute wenig, wenn das Geld erst in zwei oder drei Jahren fließt und die Margen schon jetzt leiden.
Rekord mit Haken
107 Millionen Dollar Free Cash Flow, das erste neunstellige Quartal der Unternehmensgeschichte, und die Aktie verliert fast die Hälfte ihres Jahreswertes. Manchmal ist ein Rekord eben nur der schönste Moment kurz vor dem Absturz.
Doximity-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Doximity-Analyse vom 14. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Doximity-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Doximity-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
