Der US-Leitindex musste am Dienstag den herbsten Tagesverlust seit Oktober hinnehmen. Auslöser für den massiven Rücksetzer um fast 900 Punkte waren geopolitische Spannungen, nachdem US-Präsident Trump im Grönland-Konflikt mit neuen Zöllen gegen NATO-Verbündete drohte. Während die Märkte nervös auf die heutige Rede des Präsidenten in Davos warten, deuten die aktuellen Indikationen zumindest auf eine erste, leichte Erholung hin.
Flucht in sichere Häfen
Die Stimmung an der Wall Street kippte am Dienstag abrupt in den „Risk-Off“-Modus. Marktbeobachter führen den Abverkauf primär auf die Angst vor einem neuen Handelskrieg mit Europa zurück. Diese Sorge trieb Anleger aus zyklischen Werten und Technologieaktien in defensive Sektoren. Während der Gesamtmarkt unter Druck geriet, konnten sich klassische „Witwen-und-Waisen“-Papiere behaupten:
* UnitedHealth Group (+1,84 %) und Procter & Gamble (+1,77 %) profitierten von ihrer Rolle als defensive Stabilitätsanker.
* Auch Coca-Cola legte um 1,50 % zu, da Investoren in unsicheren Zeiten verlässliche Dividendenzahler bevorzugen.
Ganz anders sah es bei den Industriewerten aus. Besonders die Aktie von 3M geriet unter die Räder und brach nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem schwachen Ausblick um rund 7 % ein. Die allgemeine Verunsicherung spiegelt sich auch in anderen Asset-Klassen wider: Der Goldpreis kletterte auf ein neues Rekordhoch von über 4.800 US-Dollar, während die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen aufgrund der hohen Nachfrage auf 4,27 % sanken.
Technische Marken und der Davos-Faktor
Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild durch den Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 49.000 Punkten eingetrübt. Der Index testet aktuell die Unterstützung bei 48.380 Punkten. Ein Bruch dieser Linie könnte laut Analysten den Weg für eine weitere Korrektur in Richtung des 50-Tage-Durchschnitts ebnen.
Der entscheidende Impuls für den heutigen Handelstag dürfte jedoch nicht aus den Charts, sondern aus der Schweiz kommen. Um 14:30 Uhr MEZ tritt Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos ans Rednerpult. Marktteilnehmer werten diesen Auftritt als binäres Ereignis: Sollte Trump seine Zolldrohungen relativieren, ist eine schnelle Entlastungsrally möglich. Bekräftigt er hingegen den harten Kurs, droht ein erneuter Test der Jahrestiefs.
Entscheidend für den heutigen Handelsschluss wird sein, ob die Bullen die Unterstützung bei 48.380 Punkten verteidigen können. Gelingt im Gegenzug eine Rückeroberung des Bereichs um 48.800 Punkte, wäre dies ein erstes Indiz dafür, dass die gestrige Panik überzogen war. Anleger sollten sich insbesondere zur US-Eröffnung um 15:30 Uhr auf erhöhte Volatilität einstellen.
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