Zwei Nachrichten, ein Tag: DormaKaba meldet nicht nur den erfolgreichen Abschluss seiner dreijährigen Transformation mit Rekordmarge — der Schweizer Zutrittslösungs-Konzern krempelt parallel seine gesamte Eigentümerstruktur um. Ein Geschäft im Volumen von umgerechnet über zwei Milliarden Franken soll die Familie Mankel künftig direkt an die Spitze der Aktionärsstruktur bringen.
Rekordjahr nach dreijährigem Umbau
Im Geschäftsjahr 2025/26 wuchs der Nettoumsatz organisch um 3,0 Prozent auf 2.792,4 Millionen Franken — Währungseffekte bremsten das ausgewiesene Wachstum spürbar. Wichtiger für die Bewertung: Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte auf 16,1 Prozent, ein Rekordwert und bereits die dritte Verbesserung in Folge. Das bereinigte EBITDA erreichte damit 449,0 Millionen Franken.
Die Transformation, die genau auf dieses Margenziel ausgerichtet war, ist damit abgeschlossen. Kumuliert brachte sie Einsparungen von 235 Millionen Franken. Die operative Cashflow-Marge stieg auf 12,5 Prozent, die Kapitalrendite (ROCE) auf 31,0 Prozent — bei einer niedrigen Nettoverschuldung von 0,8-mal EBITDA, die dem Unternehmen jüngst ein Investment-Grade-Rating von S&P einbrachte.
Beide Segmente trugen bei: Access Solutions wuchs organisch um 3,0 Prozent bei einer Marge von 16,7 Prozent, während Key & Wall Solutions und OEM um 2,1 Prozent zulegten und mit 21,2 Prozent die höhere Marge lieferten.
Der Verwaltungsrat schlägt eine um 3,3 Prozent höhere Dividende von 0,95 Franken je Aktie vor. Für 2026/27 stellt das Management ein organisches Wachstum von über 3 Prozent sowie eine operative Gewinnmarge oberhalb von 11 Prozent in Aussicht.
Familie Mankel rückt an die Spitze
Parallel zu den Zahlen kündigt DormaKaba eine grundlegende Neuordnung der Eigentumsverhältnisse an. Bislang hält die Familie Mankel 10,8 Prozent an der börsenkotierten Holding, kontrolliert über eine deutsche Zwischenholding aber zusätzlich 47,5 Prozent am operativen Geschäft — wirtschaftlich verfügt sie damit bereits über die Mehrheit.
Die Holding soll diesen 47,5-Prozent-Anteil nun für 2,13 Milliarden Franken übernehmen. Die Familie erhält im Gegenzug 36.161.560 neue Aktien sowie eine Barkomponente. Aus der Transaktion entstehen zudem Kapitaleinlagereserven von rund 2 Milliarden Franken, die künftig verrechnungssteuerfrei ausgeschüttet werden könnten.
Nach dem geplanten Vollzug würde die Familie Mankel voraussichtlich 52,09 Prozent der Aktien und Stimmrechte halten. Eine Vereinbarung begrenzt ihren Anteil für 15 Jahre auf maximal 57 Prozent und soll Minderheitsaktionäre absichern. Der Verwaltungsrat soll im Zuge dessen von zehn auf acht Mitglieder verkleinert werden.
Über den Vorschlag stimmen die Aktionäre an der Generalversammlung am 20. Oktober 2026 ab. Voraussetzung für den Vollzug sind unter anderem eine Kapitalerhöhung, ein selektives Opting-out sowie behördliche Genehmigungen. Gelingt das, soll die neue Struktur zum 7. Januar 2027 wirksam werden.
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