Der Cloud-Spezialist Domo steht vor dem Abgrund. Ein Kurssturz von über 35 Prozent drückte die Aktie am Dienstag auf ein neues Jahrestief von 1,79 Euro. Schwache Quartalszahlen waren dabei nur der Anfang einer Kette von Hiobsbotschaften.
Kreditbruch und Verkaufszwang
Das Unternehmen verfehlte im ersten Quartal mit einem Umsatz von 79,4 Millionen Dollar knapp die Erwartungen. Zwar fiel der bereinigte Verlust je Aktie mit 0,02 Dollar geringer aus als befürchtet. Schwerer wiegt jedoch ein Bruch der Kreditbedingungen. Domo unterschritt die vereinbarte Schwelle für jährlich wiederkehrende Umsätze von 290 Millionen Dollar.
Die finanzielle Lage ist prekär. Das Management warnt nun offiziell vor Zweifeln an der Fortführung des Unternehmens. Ein Stillhalteabkommen mit dem Kreditgeber BlackRock verschafft Domo vorerst Luft. Die Bedingung ist hart: Bis zum 31. Juli muss ein Kaufvertrag für das gesamte Unternehmen vorliegen.
Analysten kappen die Kursziele
Der Verwaltungsrat forciert den Verkaufsprozess bereits seit Februar. Aktuell laufen fortgeschrittene Verhandlungen über eine mögliche Transaktion. Eine Einigung steht allerdings noch aus.
Analysten reagierten prompt auf die existenzielle Bedrohung. TD Cowen stufte die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel auf 3,25 Dollar. Cantor Fitzgerald kappte das Ziel indes von 8,00 auf 5,00 Dollar. Citizens bleibt bei einer Verkaufsempfehlung. Die Experten taxieren den Wert nur noch auf 2,25 Dollar.
Die kommenden Wochen entscheiden über das Schicksal des Software-Hauses. Investoren blicken nun gespannt auf den 31. Juli. Bis zu diesem Stichtag muss Domo einen Käufer präsentieren, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen.
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