Jahrelang gehörte die UBS zu den schärfsten Kritikern von DocMorris. Das hat sich nun schlagartig geändert. Die Schweizer Großbank verabschiedet sich von ihrer Verkaufsempfehlung. Diese Nachricht trieb die Aktie am Montag zeitweise auf ein neues 52-Wochen-Hoch.
Strategiewechsel bei den Analysten
Analyst Sebastian Vogel begründet die Hochstufung auf „Neutral“ mit einer operativen Kehrtwende. Das neue Kursziel liegt bei 10,70 CHF. Zuvor traute die Bank dem Papier lediglich 4,00 CHF zu. Ausschlaggebend für die Neubewertung ist das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland.
Hier sieht der Experte eine deutlich höhere Dynamik als ursprünglich erwartet. Die Kostenkontrolle greift. Parallel dazu stützen effizientere Prozesse die Profitabilität des gesamten Konzerns nachhaltig.
Digitale Lösungen als Wachstumsmotor
DocMorris profitiert massiv von neuen digitalen Wegen. Lösungen wie Card-Link vereinfachen den Zugang zu Medikamenten für Kunden spürbar. Dieses Segment hat sich zum wichtigsten Erlöstreiber entwickelt.
Hinzu kommt eine konsequente Automatisierung. Die im Juni gestartete „AI-First“-Strategie soll Früchte tragen. Das Management plant jährliche Einsparungen von mindestens 15 Millionen CHF. Künstliche Intelligenz soll diese Summe durch optimierte Abläufe absichern.
Technische Warnsignale nach der Rallye
Anleger nutzten die hohen Kurse am Montag direkt für erste Gewinnmitnahmen. Die Aktie notiert aktuell bei 11,40 Euro. Zuvor erreichte der Titel im frühen Handel einen Spitzenwert von 12,08 Euro.
Die steile Kursrallye der letzten Wochen hinterlässt Spuren in der Statistik. Mit einem RSI-Wert von 74,5 gilt das Papier als technisch überkauft. Solche Niveaus deuten oft auf eine kurzfristige Überhitzung hin.
Allerdings verschwindet die langfristige Skepsis der Analysten nicht vollständig. Die Experten rechnen erst ab dem Jahr 2028 mit einem positiven freien Barmittelzufluss. Für den weiteren Jahresverlauf steht nun die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA im Fokus. Neue Details liefert der Halbjahresbericht im August.
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