Nach einer starken monatlichen Performance legte die DocMorris-Aktie am Freitag eine Atempause ein. Das Papier verlor zum Wochenabschluss 2,85 Prozent und ging bei einem Kurs von 7,67 Euro aus dem Handel. Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob es sich lediglich um Gewinnmitnahmen handelt oder ob der Verkaufsdruck anhält.
Zwischen Erholung und Abwärtstrend
Trotz des jüngsten Rücksetzers blickt die Aktie auf einen erfolgreichen Monat zurück. Innerhalb der letzten 30 Tage kletterte der Kurs um über 22 Prozent. Indes deutet der Relative-Stärke-Index (RSI) mit einem Wert von 18,9 auf eine technisch überverkaufte Situation hin.
Das aktuelle Kursniveau liegt zwar deutlich über dem Jahrestief von 4,41 Euro, bleibt aber weit vom 52-Wochen-Hoch entfernt. Dieses wurde im Mai vergangenen Jahres bei 11,62 Euro markiert. Die hohe Volatilität von über 50 Prozent unterstreicht die Nervosität im Sektor.
Machtkampf und Profitabilitätsziele
Hinter den Kulissen bleibt die Lage beim Versandapotheken-Betreiber angespannt. Das Management um CEO Walter Hess konnte sich zuletzt auf der Hauptversammlung gegen den Großaktionär Fritz Oesterle durchsetzen. Dieser hatte eine strategische Neuausrichtung des Verwaltungsrats gefordert.
Die Anteilseigner zeigten mit einer Teilnahmequote von 60 Prozent ein deutlich höheres Interesse an der Unternehmensführung als im Vorjahr. Der Fokus liegt nun auf dem Ziel, innerhalb der nächsten zwei Jahre die Profitabilität signifikant zu steigern. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr allerdings noch mit einem Verlust von 1,795 CHF je Aktie.
In der kommenden Woche rückt die psychologisch wichtige Marke von 7,00 CHF in den Fokus. Sollte der Kurs dort keine stabile Unterstützung finden, könnte sich die Abwärtsbewegung ausweiten. Da kurzfristig keine neuen Unternehmensdaten anstehen, dürfte die Stimmung im europäischen E-Commerce-Sektor den Takt vorgeben.
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