Die Aktie von Diageo konnte in London am Dienstagvormittag zunächst kräftig zulegen gegenüber dem Vortag, gab zum Mittag aber alle Gewinne wieder ab und notiert jetzt wieder mit rund 0,5 % im Minus. Auslöser der morgendlichen Rally war die Deutsche Bank, die ihre Einschätzung für den britischen Spirituosenhersteller angehoben hatte. Analyst Mitch Collett stufte das Papier von Neutral auf Buy hoch, senkte allerdings gleichzeitig das Kursziel von 1790 auf 1650 Pence. Diese auf den ersten Blick widersprüchliche Kombination folgt einer klaren Logik.
Neubewertung der Gewinnerwartungen bereits eingepreist
Collett begründet die Hochstufung mit einer bereits vollzogenen Neubewertung durch den Markt. Seine Schätzungen gehen davon aus, dass Diageo im Geschäftsjahr 2027 zu einer normalisierten Profitabilität zurückkehren wird, während das laufende Geschäftsjahr 2026 die Unternehmensprognosen verfehlen dürfte. Die Gewinnschätzungen der Deutschen Bank liegen für 2027 um 11 Prozent unter dem Analystenkonsens, für 2028 um 10 Prozent darunter.
Der entscheidende Punkt: Diese Abwärtsrevisionen spiegeln sich nach Ansicht von Collett bereits im aktuellen Aktienkurs wider. Die Aktie bewegt sich nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 1.350 Pence und notiert damit deutlich unter dem Jahreshoch von 2.215 Pence.
Diageo plc Aktie Chart
Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit als Schlüssel
Die Deutsche Bank nimmt bewusst eine langfristige Perspektive ein. Collett erwartet, dass Diageo angesichts von Gegenwind in der Branche und Marktanteilsverlusten die Profitabilität kurzfristig reduzieren wird, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Das Unternehmen könne in Preisgestaltung, Marketing, Vertriebswege und Innovation investieren.
Diese Strategie soll Diageo mittelfristig in die Lage versetzen, das berechenbare und profitable Wachstum zu liefern, das Investoren hoch bewerten. Die Dividendenrendite für neue Käufer liegt aktuell bei 4,5 Prozent.
Bleibt die Frage, wie man den Zeithorizont dieser Erholung einschätzen sollte. Die Bereitschaft, kurzfristige Gewinneinbußen für langfristige Wettbewerbsvorteile zu akzeptieren, könnte sich auszahlen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie schnell Diageo in einem herausfordernden Marktumfeld tatsächlich wieder zu nachhaltigem Wachstum findet.
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