Die Aktie von DHL Group hat am Freitag im Sog einer breiten Markterholung an den europäischen Börsen um 2,6 Prozent auf 56,88 Euro zugelegt. Verantwortlich für den allgemeinen Aufschwung waren nach Medienberichten robuste US-Arbeitsmarktdaten für September sowie rückläufige Ölpreise und sinkende Anleiherenditen. Ein unternehmensspezifischer Auslöser für den Kursanstieg des Bonner Logistikkonzerns lag zum Wochenausklang hingegen nicht vor.
Die freundliche Marktstimmung bot den Papieren damit vorübergehend Halt, nachdem der Titel auf Sicht von sieben Tagen ein Minus von 0,9 Prozent verzeichnet hatte.
Ausbau der Paketstationen im deutschsprachigen Raum
Auf operativer Ebene treibt der Konzern unterdessen den Ausbau seiner Infrastruktur voran. Am Donnerstag schlossen sich die Deutsche-Post-Tochter DeinFach und der österreichische Paketstationsanbieter myflexbox zusammen. Die beiden Netzwerke werden künftig gebündelt unter der Marke myflexbox betrieben.
Nach Angaben des Unternehmens entsteht durch diese Kooperation das größte anbieteroffene Paketstationsnetz im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Schritt zielt darauf ab, die Effizienz auf der letzten Meile zu steigern und Kunden flexiblere Empfangsmöglichkeiten zu bieten.
Zudem schloss das Unternehmen kürzlich einen weiteren Zwischenabschnitt seiner Kapitalmaßnahmen ab. Wie der Konzern am 28. September mitteilte, wurden im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms zwischen dem 10. August und dem 25. September 2026 insgesamt 2.793.549 eigene Anteile erworben.
Analysten blicken auf Frachtraten und Express-Geschäft
Die Einschätzungen der Analystenhäuser zeichnen derweil ein differenziertes Bild der weiteren Aussichten. Das Analysehaus Jefferies beließ seine Einstufung am Mittwoch auf „Hold“ und setzte das Kursziel bei 59 Euro an. Zur Begründung verwies Jefferies auf die Luftfrachtraten im September, die vier Prozent unter dem Vorjahresniveau notierten, sowie auf den anhaltenden Druck durch steigende Treibstoffkosten.
Demgegenüber zeigte sich die Schweizer Großbank UBS etwas zuversichtlicher für das operative Geschäft. UBS hob ihr Kursziel am 28. September von 54,50 auf 59,50 Euro an und bestätigte die Einstufung mit „Neutral“. Die Experten prognostizierten das operative Ergebnis für die Jahre 2026 und 2027 jeweils rund zwei Prozent über dem aktuellen Marktkonsens und begründeten diesen Optimismus mit der Dynamik im Express-Geschäft.
Klarheit über die fundamentale Entwicklung im abgelaufenen Jahresviertel erhalten Investoren im November. DHL Group wird die vollständigen Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 planmäßig am 5. November vorlegen.
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