Deutz AG hat am Donnerstag vergangener Woche Zahlen vorgelegt, die den Konzern deutlich profitabler zeigen als im Vorjahr. Der Auftragseingang kletterte im ersten Halbjahr um 28,7 Prozent auf 1.331,3 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 10,7 Prozent auf 1.115,3 Millionen Euro.
Die operative Marge zog auf 7,1 Prozent an, im zweiten Quartal sogar auf 7,2 Prozent – im Vorjahr lag der Wert noch bei 5,5 Prozent. Das Quartals-EBIT sprang um 41 Prozent auf 42,4 Millionen Euro.
Der Kurs bewegt sich aktuell bei 10,28 Euro und damit rund 6,9 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Aufwärtstrend trotz der starken Zahlenlage nicht ungebremst weiterläuft. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Plus von 21 Prozent zu Buche, ein deutlicher Beleg dafür, dass Anleger die operative Wende bereits honoriert haben.
Service-Geschäft als Stabilitätsanker
Besonders das Servicegeschäft entwickelte sich robust: Der Umsatz in diesem Segment stieg um 16,1 Prozent auf 298 Millionen Euro, im Juni wurde mit 55 Millionen Euro ein monatlicher Rekord erzielt. Der Auftragsbestand in diesem Bereich wuchs von 42,1 auf 57,9 Millionen Euro.
Auch die Sparte NewTech, in der Deutz an alternativen Antrieben arbeitet, verbesserte sich: Der Umsatz verdoppelte sich fast auf 6,1 Millionen Euro, während der operative Verlust von 19,4 auf 13,5 Millionen Euro zurückging.
Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Prognose: Der Umsatz soll zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro liegen, die EBIT-Marge zwischen 6,5 und 8,0 Prozent.
Auf der Bilanzseite bleibt Deutz mit einer Nettoverschuldung von 520,5 Millionen Euro und einem negativen freien Cashflow von 29,7 Millionen Euro allerdings gefordert, während der Nettogewinn im Halbjahr bei 33,5 Millionen Euro lag.
FFG-Übernahme rückt näher
Parallel zu den Zahlen kommt die milliardenschwere Übernahme von FFG Flensburger Fahrzeugbau voran. Anfang August erteilte das Bundeskartellamt die kartellrechtliche Freigabe für den Deal, mit dem Deutz für 1,6 Milliarden Euro – bezahlt in bar und mit neu ausgegebenen Aktien – den größten Zukauf seiner 160-jährigen Firmengeschichte stemmt. Die bisherigen FFG-Eigentümerfamilien sollen im Zuge der Transaktion mit bis zu 29,9 Prozent zum Ankeraktionär von Deutz werden.
Damit die Übernahme finanziert werden kann, muss eine außerordentliche Hauptversammlung am 24. August über eine Kapitalerhöhung abstimmen. Die Versammlung findet virtuell statt und gilt als nächster entscheidender Termin für die Aktie.
Führungskräfte kaufen zu, Goldman Sachs stockt auf
Rückenwind erhält die Aktie von Insidern: Vorstandsvorsitzender Sebastian C. Schulte kaufte am Tag der Zahlenvorlage Aktien für insgesamt 983.089 Euro zu Kursen zwischen 9,70 und 10,10 Euro. Aufsichtsrätin Melanie Freytag erwarb Papiere für 99.057,90 Euro zu 9,905 Euro je Aktie. Solche Käufe unmittelbar nach den Quartalszahlen gelten als Vertrauenssignal aus der Führungsebene.
Auch institutionelle Anleger bauen ihre Positionen aus: Goldman Sachs Group meldete am Mittwoch, den Stimmrechtsanteil an Deutz auf 5,69 Prozent erhöht zu haben, nachdem die Schwelle von 5 Prozent Anfang August überschritten worden war – zuvor hielt die Bank 4,47 Prozent.
Die DZ Bank reagierte am Montag auf die Geschäftsentwicklung und hob ihr Kursziel von 11,60 auf 12,00 Euro an, die Einstufung „Buy“ blieb bestehen. Der nächste wichtige Termin für Anleger ist die außerordentliche Hauptversammlung am 24. August, bei der über die Finanzierung der FFG-Übernahme entschieden wird. Der reguläre Quartalsbericht zum dritten Quartal folgt am 5. November.
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