Deutz: Dritter Deal mit Maxi Trust Power

Deutz setzt Expansionskurs mit Übernahme in Brasilien fort. Trotz starkem Auftragseingang bleibt der Aktienkurs unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Dritte Übernahme im laufenden Jahr
  • Zugang zum lateinamerikanischen Markt
  • Auftragseingang steigt um 40 Prozent
  • Aktie verliert trotz guter Zahlen

Deutz treibt den Umbau zum globalen Energieversorger konsequent voran. Mit dem Kauf des brasilianischen Generatorenherstellers Maxi Trust Power setzt der Konzern den dritten Baustein seiner internationalen Expansionsstrategie. Die operative Entwicklung läuft auf Hochtouren. An der Börse erntet das Management dafür bislang wenig Applaus.

Sprungbrett nach Lateinamerika

Der Kölner Motorenbauer übernimmt alle Anteile an Maxi Trust Power für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Der Konzern finanziert die Transaktion über Fremdkapital. Das Ziel: Deutz will den stark wachsenden Markt für kritische Infrastruktur in Lateinamerika erobern.

Maxi Trust Power produziert jährlich in Curitiba bis zu 3.000 Generatoren. Das Unternehmen beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter. Deutz kombiniert nun sein eigenes technisches Wissen mit dieser lokalen Präsenz. Besonders der boomende Markt für Rechenzentren steht dabei im Mittelpunkt.

Der Zukauf reiht sich nahtlos in eine Serie ein: Bereits im Februar kaufte Deutz den deutschen Spezialisten Frerk. Kurz darauf folgte Blue Star Power Systems in den USA. Durch den neuen Deal in Brasilien erwartet der Vorstand einen zusätzlichen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Bis 2030 soll das gesamte Energiegeschäft auf eine halbe Milliarde Euro anwachsen.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Ein starkes operatives Fundament liefert die Basis für diese Zukäufe. Im ersten Quartal kletterten die Neuaufträge um gut 40 Prozent. Parallel dazu verbesserte sich die operative Gewinnmarge auf 7,0 Prozent. Das laufende Sparprogramm übertrifft die internen Erwartungen sogar.

Für das Gesamtjahr plant das Management einen Konzernumsatz von bis zu 2,5 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge soll zwischen 6,5 und 8,0 Prozent liegen. Das langfristige Ziel für 2030 bleibt ehrgeizig. Dann will Deutz vier Milliarden Euro umsetzen.

Diese operativen Erfolge spiegeln sich am Finanzmarkt derzeit nicht wider. Das Papier notiert aktuell bei 9,64 Euro. In den vergangenen vier Wochen verlor der Titel rund zehn Prozent an Wert. Damit liegt die Aktie spürbar unter ihrem Jahreshoch von 12,49 Euro.

Am 6. August präsentiert Deutz den Bericht für das erste Halbjahr. Dann fließen die neuen Tochtergesellschaften erstmals spürbar in die Bilanz ein. Bestätigt sich die hohe Nachfrage nach Notstromsystemen, könnte der Markt die internationale Expansionsstrategie neu bewerten.

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