Die Aktie von Deutz schien eine sichere Bank. Nach Konsolidierung im Sommer war sie nach einer strategischen Übernahme seitdem immer besser in Schwung gekommen. Bis auf 13,35 Euro waren die Papiere des Kölner Motorenherstellers am 10. September geklettert, zudem ein neues Jahreshoch, seitdem aber geht es immer weiter zurück. Am Donnerstag im Vormittagshandel verliert die Deutz-Aktie noch einmal deutlich, im Xetra-Handel fiel sie weitere knapp zwei Prozent auf aktuell 11,26 Euro – 15 Prozent unter ihrem Höchststand. Wie man sich irren kann. Denn tatsächlich hatten gleich zwei Analysten zuletzt zum Kauf der Aktie geraten – mit ambitionierten Kurszielen.
Nach FFG-Übernahme das Deutz-Kursziel erhöht
Die DZ Bank etwa hatte den fairen Wert für Deutz Ende August von 12 auf 16 Euro angehoben und die Einstufung folglich auf „Kaufen“ belassen. Beim Motorenhersteller seien eins und eins mehr als zwei, schrieb Analyst Thorsten Reigber laut finanzen.net. Mit der Übernahme des Rüstungs- und Wehrtechnikherstellers FFG stärke Deutz das Segment Verteidigung erheblich und verringere gleichzeitig die Abhängigkeit vom zyklischen Geschäft mit Verbrennungsmotoren. Die Akquisition sei „ein kluger strategischer Schachzug“.
- Das sah das Analysehaus Warburg Research ähnlich – und hat seine Prognose noch weitaus höher angesetzt
- Das Kursziel für Deutz hob Analyst Stefan Augustin von 13,20 auf 19 Euro angehoben, die Einstufung blieb auf „Buy“
Deutz- und Rheinmetall-Aktie knicken ein
Die Übernahme des Wehrtechnikherstellers hieve Deutz auf ein neues Niveau, schrieb Augustin Anfang des Monats. Der Deal öffne „die Tür weit für Synergien der Wehrtechnik und des klassischen Motorenbaus des Unternehmens“. FFG sei sicherlich „mehr als einige feine Rüstungsaufträge vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs“. Die Anleger indes wollen dieser Lesart bislang nicht folgen. Mitsamt des Rüstungssektors, allen voran Rheinmetall, kommt Deutz an der Börse quasi unter die Räder.
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