Deutz-Aktie: Das lässt sich alles erklären!

Die Kapitalaufstockung belastet den Gewinn je Aktie, während Deutz mit dem neuen Kapital den Kauf von FFG finanzieren will.

Auf einen Blick:
  • Grundkapital um zehn Prozent erhöht
  • Bisherige Aktionäre erhielten keine Bezugsrechte
  • Frisches Kapital soll FFG-Kauf finanzieren
  • Aktie liegt seit Jahresbeginn 27,9 Prozent höher

Auf etwas wackligem Geläuf befindet sich derzeit die Aktie von Deutz. Am Montag ging es erneut nach unten. 11,06 Euro wurden an den Börsen angezeigt. Innerhalb einer Woche verlor das Papier 7,9 %, in den vergangenen vier Wochen sogar 14,6 %. Am Dienstag sieht es nach einer kleinen Erholung aus. Der Titel kam bis dato auf ein Plus von 1,4 % und eroberte die Marke von 11,26 Euro zurück. Formal allerdings sind die Kurse recht schwach.

Deutz: Das ist sehr schnell erklärt

Dieser Rückgang ist allerdings zu einem wesentlichen Teil auf die Kapitalerhöhung zurückzuführen. Das Grundkapital wurde um 10 % aufgestockt. Bezugsrechte erhielten die bisherigen Aktionäre nicht. Damit sind ihre Anteilsscheine wirtschaftlich betrachtet zunächst etwas weniger wert.

Deutz AG Aktie Chart

Der Grund dafür liegt vor allem beim Gewinn je Aktie. Die erzielbaren Unternehmensgewinne verteilen sich künftig auf eine größere Anzahl von Aktien. Damit fällt der Gewinn je Aktie niedriger aus, als es ohne die Kapitalerhöhung der Fall gewesen wäre. Solche Verwässerungseffekte preist der Markt unmittelbar in die Kursbildung ein.

Das Unternehmen selbst wird durch die Maßnahme allerdings finanziell stärker aufgestellt. Mit dem frischen Kapital soll die Übernahme von FFG finanziert werden. Dieser Zukauf gilt als wichtiger Schritt für Deutz, weil sich damit die Position im Rüstungsgeschäft deutlich verbessert.

Deutz wird künftig stärker im Bereich Verteidigung vertreten sein. Das ist vor allem deshalb interessant, weil dort höhere Margen möglich sind. Ein Unternehmen mit steigenden Margen kann entsprechend auch höher bewertet werden.

Diese Aussicht hatte die Aktie nach Bekanntgabe der Übernahme und der Zustimmung der eigenen Aktionäre kräftig nach oben getrieben. Zur Einordnung: Zum Start in das zweite Halbjahr am 1. Juli notierte Deutz noch deutlich unter 9 Euro. Danach kletterte die Aktie in der Spitze auf 13,35 Euro.

Der jüngste Rückgang muss deshalb vor allem im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung gesehen werden. Die generelle Entwicklung im laufenden Jahr bleibt ausgezeichnet. Deutz kommt weiterhin auf ein Plus von 27,9 %. Auch die Analysten bleiben ausgesprochen optimistisch. Ihre Kursziele reichen teilweise bis 19 Euro. Ausgehend von 11,06 Euro wäre das noch einmal ein gewaltiger Aufschlag.

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