Deutz hat im dritten Quartal zweistellig zugelegt und blickt für die Profitabilität 2026 optimistischer voraus. Die Zahlen blieben allerdings knapp hinter den Erwartungen zurück. Im Mittelpunkt steht der abgeschlossene Kauf des Rüstungsspezialisten FFG, der den Konzern verändern soll.
Quartal leicht unter Konsens
Der Umsatz stieg im Zeitraum Juli bis September um 12,3 Prozent auf 553,9 Millionen Euro. Analysten hatten mit 562 Millionen Euro gerechnet. Das bereinigte EBIT legte um 23,4 Prozent auf 38,5 Millionen Euro zu, erwartet worden waren 40 Millionen. Die Marge verbesserte sich auf 7,0 Prozent, der Konsens lag bei 7,1 Prozent.
Stark fiel der Auftragseingang aus: Er sprang um 34,2 Prozent auf 631,2 Millionen Euro. Über neun Monate wuchs der Umsatz um gut 11 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 36 Prozent auf 118,2 Millionen Euro.
Den größten Beitrag lieferte das Energy-Segment. Dort verdreifachte sich der Auftragseingang nahezu, der Umsatz stieg im dritten Quartal um knapp 80 Prozent. Das Engines-Geschäft wuchs dagegen kaum, die Marge dort bleibt mit 0,5 Prozent im Quartal dünn.
Prognose und Rüstungsstrategie
Die Umsatzspanne für 2026 von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro bestätigte Deutz. Bei der bereinigten EBIT-Marge rechnet das Unternehmen nun am oberen Ende des Korridors von 6,5 bis 8,0 Prozent. Als Grund nennt es den FFG-Zukauf.
FFG ist die bislang größte Transaktion der Firmengeschichte. Die Aktionäre hatten Ende August der teilweisen Finanzierung per Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage nahezu einstimmig zugestimmt. Für 2027 erwartet Deutz von FFG einen Mehrumsatz von über einer Milliarde Euro bei einer bereinigten EBITDA-Rendite von über 20 Prozent. Das Defense-Geschäft soll damit zur tragenden Säule werden.
Ergänzend unterzeichnete Deutz Ende September eine Absichtserklärung mit dem US-Unternehmen Hypercraft, das unbemannte Bodenfahrzeuge entwickelt. Gemeinsam sollen Lösungen für Verteidigungskunden entstehen, zudem soll Hypercrafts Netzwerk beim Test von Deutz-Produkten für den US-Markt helfen.
Schwäche beim Cashflow
Ein Wermutstropfen bleibt der Cashflow. Der operative Mittelzufluss sank über neun Monate auf 55,8 Millionen Euro, nach 76,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Höhere Vorräte, Bonuszahlungen und Abfindungen aus dem Sparprogramm belasteten. Der Free Cashflow vor M&A lag bei minus 50,2 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt Deutz hier weiterhin einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an.
Personell setzt der Aufsichtsrat auf Kontinuität: Der Vertrag von Finanzchef Oliver Neu wurde bis September 2032 verlängert.
Der nächste Termin ist die Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 30. März 2027. Die Hauptversammlung folgt am 13. Mai 2027.
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