Zwölf Wochen nach der Ankündigung des gemeinsamen Produktionshochlaufs hat Deutz erste unbemannte Bodenfahrzeuge an die ukrainischen Streitkräfte übergeben. Die Systeme des Typs Gereon fertigte das Unternehmen zusammen mit ARX Robotics im Werk Ulm. Die Auslieferung erfolgte am heutigen Dienstag.
Mit dieser ersten Tranche vollzieht der Motorenbauer einen weiteren Schritt in den Bereich der Verteidigungstechnik. Die gelieferten Einheiten bilden den Auftakt eines größeren Produktionsvolumens. Beide Partner beabsichtigen, die Fertigung in den kommenden Monaten schrittweise weiter hochzufahren.
Skalierung der Fertigung im Ulmer Werk
ARX Robotics hatte im Mai einen Auftrag über mehrere hundert zusätzliche Gereon-Fahrzeuge für die Ukraine gemeldet. Die nun übergebene Charge soll die bereits im Einsatz befindliche Flotte vor Ort ergänzen. Eine genaue Zielgröße für die künftige Serienproduktion nannten die Partner nicht.
Die Steuerung des batterieelektrischen Systems erfolgt per Funk oder teilautonom auf Distanzen von bis zu fünf Kilometern. Bei einer Verbindung über Satellit oder Mobilfunknetze vergrößert sich der Aktionsradius deutlich. Pro Batterieladung erzielt die Plattform eine Reichweite von 40 Kilometern und transportiert bis zu 500 Kilogramm Nutzlast.
Für Deutz belegt das Projekt die zügige industrielle Umsetzung bestehender Kapazitäten. Der Übergang von der Ankündigung bis zur Auslieferung der ersten seriengefertigten Einheiten gelang innerhalb von drei Monaten.
Operatives Fundament und Kursreaktion
Der Vorstoß in die unbemannte Robotik begleitet ein solides operatives Geschäftsjahr. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Konzernumsatz auf 1,115 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich im selben Zeitraum um 43 Prozent auf 79,7 Millionen Euro.
Die Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen eröffnet dem Konzern zusätzliche Absatzchancen jenseits klassischer Antriebssysteme. Die flexible Nutzung bestehender Werke verschafft Deutz dabei einen direkten Zugang zu neuen industriellen Fertigungsaufträgen.
An der Börse fand der termingerechte Auslieferungsstart Zuspruch. Das Papier von Deutz legte heute um 1,1 Prozent auf 11,30 Euro zu.
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