Mitglieder des Aufsichtsrats setzen eigene Mittel auf die weitere Entwicklung des Kölner Motorenherstellers Deutz. Am Donnerstag erwarb Aufsichtsratsmitglied Dr. Dietmar Voggenreiter Aktien des Unternehmens über die Handelsplattform Tradegate. Laut einer Pflichtmitteilung belief sich das aggregierte Transaktionsvolumen auf 53.400,00 EUR bei einem Ausführungskurs von 10,68 EUR je Anteilsschein.
Zukäufe im Kontrollgremium
Der Zukauf reiht sich in weitere Transaktionen aus dem Aufsichtsrat ein. Bereits am 1. Oktober erwarb Aufsichtsratsmitglied Dr. Rudolf Maier Aktien des Unternehmens im Gesamtvolumen von 99.540,00 EUR an der Börse Stuttgart. Der Kaufkurs lag bei 11,06 EUR je Aktie, die Veröffentlichung erfolgte am 6. Oktober.
Dass Führungskräfte des Kontrollgremiums bei Notierungen um elf Euro zugreifen, liefert dem Markt greifbare Signale. Solche Käufe aus den eigenen Reihen verdeutlichen in der Regel eine gefestigte Überzeugung hinsichtlich der Werthaltigkeit des Konzerns.
Berenberg signalisiert deutliches Kurspotenzial
Flankiert wird das Signal aus dem Aufsichtsrat von einer positiven Brancheneinschätzung. Medienberichten zufolge hob die Privatbank Berenberg am Mittwoch ihr Kursziel für Deutz von 13,00 auf 16,50 Euro an. Die Einstufung bestätigte das Institut mit „Buy“.
Am Aktienmarkt notierte Deutz am Freitag zum Handelsschluss bei 11,01 Euro. Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen weist der Titel seit Jahresanfang ein Kursplus von 30 Prozent auf. Bis zum bisherigen 52-Wochen-Hoch bei 13,39 Euro verbleibt aus Sicht der Anleger noch eine Kursspanne.
Umstrukturierung im Kölner Werk
Die Zukäufe und die optimistische Einstufung fallen in eine Phase betrieblicher Neuausrichtungen. Das Handelsblatt berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, das Unternehmen plane am Standort Köln den Abbau von bis zu 400 Stellen, vor allem im Geschäft mit kleinen Motoren. Etwa 100 Arbeitsplätze seien bereits im Abbau oder weggefallen, weitere 300 intern abgestimmt. Deutz bestätigte dieses Vorhaben in dem Bericht nicht.
Ergänzend meldete dpa mit Verweis auf informierte Kreise Überlegungen, am Kölner Stammwerk bis Ende 2028 zwischen 130 und 200 zusätzliche Stellen abzubauen. Dem WDR zufolge laufen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern, wobei bis zu 300 Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Während die operative Anpassung am Standort vorangetrieben wird, untermauern die jüngsten Zukäufe das Vertrauen der Aufsichtsräte in den übergeordneten Kurs.
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