Der Kölner Motorenbauer Deutz treibt den Ausbau seines Rüstungsgeschäfts voran. Das Unternehmen hat heute eine Absichtserklärung mit dem US-Spezialisten Hypercraft unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist eine vertiefte Zusammenarbeit bei unbemannten Bodenfahrzeugen für militärische Einsatzzwecke. Deutz will den Verteidigungsbereich neben den Sparten Engines, Energy und NewTech als vierte tragende Konzernsäule etablieren.
Im Rahmen der nun geschlossenen Vereinbarung prüfen beide Unternehmen den verstärkten Einsatz Kölner Antriebstechnik in den Fahrzeugen des US-Partners. Deutz liefert bereits Verbrennungsmotoren für Hypercrafts Plattform Razorback. Künftig könnten auch Hybridantriebe, Batteriesysteme sowie Leistungselektronik aus der Deutz-Entwicklung integriert werden.
Vernetzung von Software und Antriebstechnik
Hypercraft mit Sitz im US-Bundesstaat Utah bringt spezialisierte Software-Architekturen sowie Zugänge zu militärischen Kunden in die Partnerschaft ein. Das US-Unternehmen entwickelt unter anderem eine offene Systembasis, mit der Streitkräfte Bodendrohnen verschiedener Hersteller über eine einheitliche Anwendung steuern können.
Deutz-seitig soll vor allem der Geschäftsbereich New Tech von dieser Kooperation profitieren, in dem alternative Antriebe und Komponenten gebündelt sind.
„Gemeinsam werden wir innovative und zuverlässige Lösungen für weltweite Kunden im Verteidigungsbereich entwickeln“, erklärte Marco Herre, CEO der Business Unit Defense bei Deutz. Neben gemeinsamen Neuentwicklungen eröffnet die Allianz den Kölnern frühzeitigen Zugang zur Definition operationeller Anforderungen im US-Verteidigungssektor.
Mögliche Endmontage in Europa
Über die Lieferung von Antriebskomponenten hinaus verhandeln beide Seiten über industrielle Schritte. Konkret steht im Raum, dass Deutz an einem konzerneigenen Produktionsstandort künftig die Montage und Endabnahme von Hypercraft-Systemen für den europäischen Markt übernimmt. Als logistischer Rückhalt dient dabei das Servicenetz der Kölner, das über 1.000 Standorte in mehr als 180 Ländern umfasst.
Verbindliche Auftragsvolumina oder konkrete Umsatzbeiträge wurden im Rahmen des Memorandum of Understanding noch nicht beziffert. Spezifische Umsetzungsprojekte müssen in gesonderten Vereinbarungen rechtlich fixiert werden.
Die Aktie verzeichnete heute eine verhaltene Reaktion und gab leicht um 0,6 Prozent auf 12,12 Euro nach. Trotz dieses Rücksetzers spiegelt das Papier mit einem Plus von 43 Prozent seit Jahresanfang den strategischen Wandel des Unternehmens wider. Zusätzlichen Handlungsspielraum für die Expansion verschaffte der Abschluss der Deutz-Kapitalerhöhung am vergangenen Freitag, seither -0,6 %.
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