Deutz AG: Zurück auf dem Stand von 2007!

Die Deutz AG profitiert von ihrer Neuausrichtung als Antriebsspezialist und der Wahrnehmung als Rüstungszulieferer, was den Aktienkurs auf ein Niveau von 2007 gehoben hat.

Auf einen Blick:
  • Kursanstieg von fast 40 Prozent seit November
  • Strategischer Fokus auf Defence-Bereich und Service
  • Akquisition von Frerk stärkt Servicegeschäft
  • Kostenprogramm übertrifft eigene Sparziele

Die Deutz AG konnte einen beachtlichen Anstieg verzeichnen und hat seit Mitte November 2025 ein Plus von knapp 40 % erreicht. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte die Aktie bald ein neues Allzeithoch markieren.

Eingeschlagener Kurs zahlt sich aus

Deutz wird zunehmend als potenzieller Zulieferer für Verteidigungsanwendungen wahrgenommen, etwa bei Antriebssystemen für militärische Fahrzeuge oder bei mobilen Stromgeneratoren. CEO Sebastian Schulte hat diese Wahrnehmung zuletzt selbst befeuert, indem er öffentlich den Umbau vom klassischen Motorenbauer hin zu einem breiter aufgestellten Antriebsspezialisten betonte, der auch den Defence-Bereich sondiert. In Kommentaren wird Deutz inzwischen offen als eine Art „Rüstungs-Proxy im SDAX“ gehandelt, eine Einordnung, die viel Kursfantasie erzeugt, auch wenn konkrete Großaufträge bislang noch ausstehen.

Diese Fantasie trifft auf fruchtbaren Boden, weil sie auf eine ohnehin laufende strategische Neuausrichtung fällt. Deutz hat in den vergangenen Monaten konsequent daran gearbeitet, sich unabhängiger vom zyklischen klassischen Motorengeschäft zu machen. Die im Dezember angekündigte Übernahme des niedersächsischen Unternehmens Frerk passt genau in dieses Bild. Frerk ist auf die Instandsetzung und Überholung von Großmotoren spezialisiert, etwa in der maritimen Industrie, im Energiesektor und in der Industrie insgesamt.

Operativ stützt sich die aktuelle Bewertung weiterhin auf die Zahlen aus den ersten neun Monaten 2025, da zuletzt keine neuen Quartalsberichte vorlagen. Der Auftragseingang legte in diesem Zeitraum um knapp zwölf Prozent zu, der Umsatz wuchs zweistellig, getragen vor allem vom Servicegeschäft. Während die Stückzahlen im klassischen Motorensegment weiter rückläufig waren, konnte Deutz diese Schwäche durch Akquisitionen und die breitere Aufstellung mehr als kompensieren. Gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität spürbar. Das laufende Kostenprogramm „Future Fit“, das ursprünglich Einsparungen von 50 Millionen Euro pro Jahr bis Ende 2026 vorsah, liegt nach Aussagen des Managements sogar über Plan.

Deutz AG-Aktie im Chart-Check

Im September begann der Kurs langsam zu korrigieren, fiel unter die 100-Tage-Linie und lief bis an die Unterstützungszone bei rund 7,30 Euro. An dieser Zone setzte Mitte November erneut Kaufkraft ein, wodurch der Trend fortgesetzt werden konnte. Aktuell hat es die Aktie geschafft, ein weiteres Hoch aus dem Jahr 2007 zu überschreiten, wenn auch bislang nur kurzfristig. Die letzten Hochs bei rund 9,70 Euro fungieren nun als Unterstützung. Sollte hier weiterer Schwung in den Markt kommen, könnte die Deutz-AG-Aktie bald in die Nähe der Allzeithochs laufen oder diese sogar neu markieren. Wichtig für den weiteren bullischen Verlauf ist, dass die aktuelle Trendstruktur intakt bleibt.
 Hier die Deutz-AG-Aktie im Tageschart.

Deutz AG

Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/hVhZdP7W/

An der aktuellen Stelle könnte sich eine Kaufchance anbieten. Das Ziel läge bei den letzten Hochs rund um 11,20 Euro und darüber. Wichtig ist dabei, dass diese Hochs nicht unterschritten werden, da sonst das Anlaufen der letzten Tiefs in den Fokus rücken könnte. Das würde das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verschlechtern.

Sollte der Kurs unter die Hochs fallen, könnte kurzfristig auch über eine Short-Position nachgedacht werden. Das Ziel läge dann an der 100-Tage-Linie sowie an der Trendlinie. Sollten auch diese Marken gebrochen werden, könnten weitere Kursrückgänge folgen, wovon ich aktuell jedoch nicht ausgehe.

Ihr Konrad

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