Deutz hat heute das InvestorPortal für die außerordentliche Hauptversammlung freigeschaltet. Ab sofort können Aktionäre ihre Stimmrechte zur geplanten Sachkapitalerhöhung ausüben, mit der der Kölner Motorenbauer die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) finanzieren will. Die Versammlung findet am 24. August in Köln statt, Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts.
Den Weg dafür hatte das Bundeskartellamt Ende Juli freigemacht. Die Wettbewerbsbehörde genehmigte die 1,6 Milliarden Euro schwere Transaktion, die als entscheidende Voraussetzung für die Kapitalerhöhung gilt. Damit rückt der größte Zukauf in der jüngeren Unternehmensgeschichte von Deutz in die entscheidende Phase.
Der FFG-Deal im Detail
Deutz hatte im Juli sämtliche Anteile an FFG von den bisherigen Eigentümerfamilien erworben. Der Kaufpreis von rund 1,6 Milliarden Euro setzt sich aus einer Barkomponente von 1,0 Milliarden Euro und neu ausgegebenen Aktien im Wert von 0,6 Milliarden Euro zusammen. Über diesen Aktienanteil steigen die bisherigen FFG-Eigentümer zu Ankeraktionären mit einem Anteil von bis zu 29,9 Prozent an Deutz auf – genau diese Sachkapitalerhöhung steht nun zur Abstimmung.
Strategisch zielt der Zukauf darauf ab, Deutz zu einem führenden Systemanbieter für militärische Fahrzeuge und Energielösungen zu machen, wie der Vorstand Anfang Juli erläuterte. FFG selbst steuerte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 760 Millionen Euro bei und verfügt über einen Auftragsbestand von 1,9 Milliarden Euro – eine Größenordnung, die das Profil des Konzerns spürbar verschieben dürfte.
Operatives Geschäft legt zu
Losgelöst von der Übernahme lief das laufende Geschäft im ersten Quartal bereits solide. Der Konzernumsatz kletterte um 8,4 Prozent auf 530,0 Millionen Euro, während der Auftragseingang um deutliche 41,2 Prozent auf 771,0 Millionen Euro zulegte. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 7,0 Prozent. Am 6. August folgt der Zwischenbericht zum ersten Halbjahr, der zeigen dürfte, ob sich dieser Trend fortgesetzt hat.
Analysten uneinig, Kurs unter Jahreshoch
Bei den Analysten geht die Einschätzung derzeit auseinander. Kepler-Cheuvreux-Analyst Hans-Joachim Heimbürger bestätigte am 23. Juli seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 12,00 Euro. Bernstein-Analyst Pal Skirta blieb einen Tag zuvor bei „Halten“ mit einem Kursziel von 9,44 Euro – die Spanne spiegelt die Unsicherheit über die Integration von FFG wider.
Am Kapitalmarkt zeigte sich die Aktie zuletzt freundlich: Am Freitag schloss das Papier bei 9,86 Euro, ein Plus von 2,07 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 16,00 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro, erreicht Ende Februar, ist der Titel allerdings noch gut ein Fünftel entfernt. Die Hauptversammlung am 24. August dürfte damit zum nächsten wichtigen Prüfstein für die Bewertung werden.
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