Deutz: 1,6-Milliarden-Kauf von FFG

Deutz kauft Flensburger Fahrzeugbau für 1,6 Milliarden Euro und erschließt sich damit das Verteidigungsgeschäft. Die Aktionäre entscheiden am 24. August über den milliardenschweren Deal.

Auf einen Blick:
  • Größter Zukauf der Firmengeschichte
  • FFG-Umsatz 2025 bei 760 Mio. Euro
  • Aktionäre stimmen am 24. August ab
  • Weitere Übernahmen bereits angekündigt

Deutz baut mit dem Kauf von Flensburger Fahrzeugbau (FFG) für 1,6 Milliarden Euro eine neue Verteidigungssparte auf. Das Unternehmen hat damit den größten Zukauf seiner Geschichte eingeleitet – und Anleger reagieren zunehmend positiv, wie der jüngste Kursverlauf zeigt.

FFG als neue Wachstumssäule

FFG beschäftigt mehr als 1.100 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von rund 760 Millionen Euro. Der Auftragsbestand liegt laut Deutz ein Vielfaches darüber – ein Hinweis auf die volle Auslastung im Rüstungsgeschäft. Die Bezahlung erfolgt teils in bar, teils in Aktien: Die FFG-Eigentümerfamilien können bis zu 29,9 Prozent an Deutz erhalten. Damit verschiebt sich auch die Aktionärsstruktur des Kölner Motorenherstellers spürbar.

Mit der Integration will Deutz sein Konzernziel von 4 Milliarden Euro Umsatz und einer EBIT-Marge von 10 Prozent früher erreichen als ursprünglich für 2030 geplant. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2026 bis zum ersten Quartal 2027 vorgesehen. Über die milliardenschwere Übernahme entscheidet die außerordentliche Hauptversammlung am 24. August.

Weitere Zukäufe angekündigt

Finanzvorstand Oliver Neu lässt es damit offenbar nicht bewenden. Laut Börsen-Zeitung strebt er weitere Akquisitionen an und will den Energy-Umsatz von Deutz binnen fünf Jahren auf mehr als eine Milliarde Euro verdreifachen. Die Verteidigungssparte soll dabei nicht die einzige neue Wachstumssäule bleiben – Deutz positioniert sich offensichtlich breiter als reiner Motorenbauer für Bau- und Landmaschinen.

Der Markt goutiert die Strategie zunächst, bleibt aber vorsichtig. Analyst Maximilian Berger sieht laut wallstreet-online Chancen durch den Konzernumbau, verweist zugleich auf Risiken der Integration. Die Bilanz falle solide aus, dennoch zögere der Markt bei der Bewertung der Aktie – ein Befund, der zur verhaltenen, aber positiven Kursreaktion passt.

Kurs reagiert deutlich

Die Deutz-Aktie legt am heutigen Freitag um 4,3 Prozent auf 10,44 Euro zu und nähert sich damit weiter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro von Ende Februar an, von dem sie noch 16 Prozent entfernt notiert. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 23 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 1,55 Milliarden Euro.

Für Anleger bleibt die kommende Woche entscheidend: Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 24. August fällt die Entscheidung über den größten Umbau in der Unternehmensgeschichte. Gelingt die Integration von FFG, verschiebt sich das Geschäftsmodell von Deutz spürbar in Richtung Verteidigung und Energie – mit entsprechenden Chancen, aber auch neuen Abhängigkeiten von einem bislang branchenfremden Geschäftsfeld.

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