Deutsche Telekom-Aktie: Sie haben sich alle getäuscht!

Nach Gerüchten um einen Zusammenschluss von Deutscher Telekom und T-Mobile US geriet die Aktie unter Druck. Die Analysten hatten damit nicht gerechnet.

Auf einen Blick:
  • Innerhalb von wenigen Tagen rutschte die Aktie der Telekom massiv zurück
  • Am Dienstag notierte sie auf dem tiefsten Stand seit fast zwei Jahren
  • Hintergrund waren Meldungen zu einer möglichen Fusion mit T-Mobile US
  • Ein Analyst versucht zu beruhigen – lag jedoch erst vor kurzem völlig daneben

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Wochenstart war für die Aktie der Deutschen Telekom ein herber Rückschlag. Von 26,25 Euro zum Handelsschluss am Freitag auf Xetra, fielen die Papiere des Bonner Konzerns am Montag auf 24,82 Euro zurück, den Dienstag beendeten sie bei gerade einmal 23,85 Euro – und damit auf dem tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Wenngleich sich die T-Aktie aktuell wieder etwas zu fangen scheint: Eine einzige Meldung reichte aus, die Anleger massiv zu verunsichern. Und die Analysten hatten sich alle getäuscht.

Treibt Elon Musk die Deutsche Telekom?

Denn laut Handelsblatt lässt Telekom-Chef Timotheus Höttges ein Team von Spezialisten an einem großen Deal feilen. „Das Ziel: die Deutsche Telekom mit ihrer US-Tochter T-Mobile US in einer Holding zu vereinen.“ Die Pläne kommen demnach voran, berichteten vier Insider aus Konzernumfeld und Branche dem Wirtschaftsblatt. Der Grund für das höhere Tempo bei dem Zusammenschluss laut Börse Online: Die Telekom sehe Elon Musk mit dem kürzlich an die Börse gegangenen Unternehmen SpaceX als Konkurrenten, heißt es. „Der Konzern betreibt das Mobilfunk- und Satellitennetzwerk Starlink und interessiert sich offenbar für T-Mobile US.“

Die Telekom und T-Mobile wollen demnach „SpaceX also offenbar geeint als großer Konzern entgegentreten und Synergieffekte nutzen“, so der Bericht. Der Nachteil: Eine Fusion der US-Mobilfunktochter mit der deutschen Konzernmutter würde wahrscheinlich eher zu einem Bewertungsabschlag an der Börse führen. An den Märkten kommen die Pläne daher gar nicht gut an.

UBS-Analyst verweist auf gute Geschäfte

Polo Tang von der schweizer UBS nannte am Montagabend dann auch die beiden Gründe für die jüngste Kursschwäche. Dabei laufe das operative Geschäft eigentlich robust. Hinsichtlich des zweiten Belastungsfaktors könne die Telekom selbst mit entsprechenden abschlägigen Signalen beim Quartalsbericht beruhigen, so Tang. Und hinsichtlich des ersten erinnerte er „an ähnliche Sorgen vor Amazon im Juni 2023, von denen sich sowohl US-Telekomwerte als auch die T-Aktien zumindest im Laufe der kommenden Monate wieder erholt“ hätten.

  • Ob der Analyst dieses Mal zu den Anlegern durchdringt, muss sich erst noch zeigen
  • Mit seiner Prognose von Anfang Juni lag Polo Tang jedenfalls gründlich daneben

Die Tarifeinigung mit der Gewerkschaft sorge für Kostensicherheit, schrieb Polo Tang am 2. Juni. In der Folge beließ er die Einstufung für Deutsche Telekom mit einem Kursziel von 36,60 Euro auf „Buy“. Zur Erinnerung: Am Analysetag notierte die T-Aktie bei einem Kurs von zwischenzeitlich 29,30 Euro. Seitdem hat sie also nicht etwa zugelegt – sondern rund 18 Prozent eingebüßt.

Hohe Kursziele für Telekom-Aktie

Zur Ehrenrettung des Analysten sei gesagt, dass andere von noch viel höheren Kursen bei der Aktie der Deutschen Telekom ausgingen. Das zeigt der Blick auf die Einschätzungen aus dem Mai, die finanzen.net auflistet.

  • Goldman Sachs: 40,00 EUR, +67,79%
  • JP Morgan: 40,00 EUR, +67,79%
  • Deutsche Bank: 42,00 EUR, +76,17%
  • Bernstein Research: 37,00 EUR, +55,20%

42 Euro für die Aktie der Telekom prognostiziert

So hatte Robert Grindle von der Deutschen Bank die Einstufung für die Telekom-Aktie nach Zahlen mit einem Kursziel von 42 Euro auf „Buy“ belassen. Das erste Quartal sei „beruhigend“ gewesen, schrieb er in seinem am 14. Mai vorliegenden Kommentar. Er hob die erhöhten Konzernziele und den starken Free Cashflow außerhalb der USA hervor.

Sicherlich: Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Papiere sich wieder erholen werden und möglicherweise auch Kurse um die 40 Euro erreichen. Wann auch immer. Wer den Empfehlungen der Analysten gefolgt sein sollte, hat aber definitiv den falschen Einstiegszeitpunkt erwischt.

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