Die Deutsche Telekom baut Glasfaser mit hohem Tempo aus. Das Problem liegt nicht im Netz, sondern beim Verkauf der Anschlüsse. Viele Haushalte könnten buchen, tun es aber nicht — und genau diese Lücke bremst die operative Fantasie nach den Quartalszahlen.
Ausbau läuft, Nachfrage hinkt
Ende März zählte der Konzern in Deutschland rund 2,2 Millionen Kunden mit aktivem FTTH-Anschluss. Im ersten Quartal kamen rund 0,2 Millionen hinzu.
Die Aufnahmerate lag bei 17,1 Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Anders gesagt: Fünf von sechs erreichbaren Haushalten haben noch keinen Glasfaservertrag abgeschlossen. Für ein Projekt, das hohe Investitionen bindet, ist das ein zentraler Punkt.
Konzernchef Tim Höttges zeigte sich mit der bisherigen Auslastung nicht zufrieden. Das ist nachvollziehbar. Der wirtschaftliche Hebel entsteht erst, wenn gebaute Netze stärker genutzt werden und nicht nur in der Statistik als verfügbare Infrastruktur auftauchen.
Mehrfamilienhäuser bremsen den Vertrieb
Ein Teil des Problems liegt in der Gebäudestruktur deutscher Städte. In Mehrfamilienhäusern scheitert der Anschluss bis in die Wohnung teils an Vermietern, die die Verlegung der Kabel im Gebäude nicht mittragen.
Auf dem Land und am Stadtrand sieht die Lage günstiger aus. Dort dominieren Einfamilienhäuser, und die Bereitschaft zum Abschluss eines Glasfaservertrags fällt offenbar höher aus. Für die Telekom verschiebt sich damit die Aufgabe: Der Ausbau bleibt wichtig, der Vertrieb vor Ort wird aber noch wichtiger.
Am Ziel für den Netzausbau hält der Konzern fest. Im Jahr 2026 sollen zweieinhalb Millionen weitere Haushalte und Unternehmen die Möglichkeit erhalten, Glasfaser zu buchen.
Zahlen solide, Aktie ohne Zug
Finanzchef Christian Illek rechnet mit mehr Tempo beim Kundenzuwachs. In diesem Jahr sollen 0,75 Millionen FTTH-Neukunden hinzukommen, 2027 soll die Marke von einer Million erreicht werden.
Die Quartalszahlen liefern dem Management zumindest Rückenwind aus dem laufenden Geschäft. Die organischen Service-Umsätze stiegen um 4,6 Prozent, das organische EBITDA legte um 7,5 Prozent zu. Der Konzerngewinn lag bei 2 Milliarden Euro, belastet durch Restrukturierungskosten in den USA und weitere negative Effekte.
An der Börse reicht das bislang nicht für eine klare Trendwende. Am Freitag schloss die Aktie bei 27,63 Euro, ein Minus von 0,58 Prozent.
Zur viel beachteten 200-Tage-Linie fehlen ihr 5,52 Prozent. Damit bleibt der Kurs technisch unter Druck, obwohl das operative Geschäft nicht schwach wirkt.
In der neuen Woche rücken die Tarifverhandlungen stärker in den Blick. Die vierte Runde für rund 60.000 Tarifbeschäftigte ist für den 26. und 27. Mai angesetzt. Parallel bleibt Glasfaser der wichtigere Langfristhebel: Erst eine deutlich höhere Auslastung macht aus dem teuren Netzausbau ein stärkeres Ertragsargument.
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