Die Deutsche Telekom verlangt von Neukunden für mehrere Festnetz- und TV-Tarife höhere Preise. Wie gestern berichtet wurde, gelten die Änderungen seit dem 1. Oktober. Die Aktie legt heute um 2,5% zu. Einen Zusammenhang zwischen der Tarifmeldung und dem Kursanstieg belegt das allerdings nicht.
Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen nebeneinander: Die Telekom hebt Preise im deutschen Festnetz- und TV-Angebot an. Gleichzeitig belasten Sorgen über zusätzliche Konkurrenz im US-Mobilfunkmarkt das Umfeld ihrer Beteiligung T-Mobile US.
Preisaufschläge bei Festnetz und Fernsehen
MagentaTV SmartStream kostet Medienberichten zufolge monatlich 20 statt 17 Euro. Die Änderung betrifft Neukunden. Sie ist damit nicht als allgemeine Preiserhöhung für sämtliche bestehenden Verträge einzuordnen.
Auch beim Festnetz greift die Telekom in die Preisgestaltung ein. Die Anpassungen betreffen sowohl DSL als auch Glasfaser und fallen je nach Tarif unterschiedlich aus.
Die monatlichen Aufschläge liegen hier bei 1 bis 2 Euro. Damit beschränkt sich die Preisänderung nicht auf das Fernsehangebot, sondern erfasst mehrere Angebote für Neukunden.
Für die wirtschaftliche Einordnung ist diese Begrenzung entscheidend: Höhere Angebotspreise sind nicht automatisch mit entsprechend höheren Gesamterlösen gleichzusetzen. Dazu kommt es auch darauf an, wie Kunden die veränderten Konditionen annehmen.
MagentaTV ergänzt sein Programm
Parallel zur Preisgestaltung arbeitet die Telekom am Inhalt ihres Fernsehangebots. Gestern veröffentlichte das Unternehmen eine Medieninformation zur zweiten Staffel von „The Rainmaker“. Darin warten neue Fälle auf den Nachwuchsanwalt Rudy Baylor, der zugleich mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.
Zum Programmangebot gehören außerdem die exklusiven Live-Medienrechte an der 3. Liga. Die Telekom erwarb diese am 9. Oktober erneut vom Deutschen Fußball-Bund bis 2031.
Serien und Live-Fußball stehen damit neben der Preisanpassung als weitere Bausteine des TV-Angebots. Die Programmmeldungen liefern jedoch keinen Beleg dafür, wie sich die höheren Neukundenpreise auf Nachfrage oder Ergebnis auswirken.
US-Wettbewerb bleibt ein eigener Belastungsfaktor
Vom deutschen Tarifgeschäft zu trennen ist der jüngste Druck aus dem US-Markt. dpa-AFX berichtete am 9. Oktober über den Erwerb eines landesweiten Portfolios von Niedrigfrequenz-Mobilfunkfrequenzen durch SpaceX. Die Aussicht auf einen bedeutenden zusätzlichen Mobilfunkanbieter belastete damals T-Mobile US und die Deutsche Telekom.
Die heutige Aufwärtsbewegung hebt diese Wettbewerbsfrage nicht auf. Für Anleger bleibt die Unterscheidung wichtig: Die höheren Neukundenpreise sind eine konkrete geschäftliche Änderung. Welche wirtschaftliche Wirkung sie entfalten, lässt sich daraus allein noch nicht ableiten.
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