Deutsche Telekom Aktie: Nettogewinn springt 11,1 Prozent

Telekom steigert Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal deutlich und hebt die Jahresprognose für den freien Cashflow an.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von 4,4 Prozent
  • Nettogewinn steigt um 11,1 Prozent
  • Cashflow-Prognose für 2026 angehoben
  • T-Mobile US baut tausende Stellen ab

Die Deutsche Telekom hat am 6. August ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei auf breiter Front zugelegt. Der Konzernumsatz stieg um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL wuchs um 7,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Besonders deutlich fiel der Anstieg beim bereinigten Nettogewinn aus, der um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro kletterte.

Auf Basis dieser Entwicklung hob der Konzern zugleich seine Prognose für den freien Cashflow AL im Gesamtjahr 2026 an: Statt „über 19,8 Milliarden Euro“ rechnet das Management nun mit rund 20 Milliarden Euro.

Der Kurs honorierte das bereits – seit der Ankündigung der Rückkauf-Aufstockung vor gut einer Woche legte die Aktie um 3,6 Prozent zu, seit der Ablehnung der Fusionsofferte durch T-Mobile US am vergangenen Samstag kamen weitere 1,9 Prozent hinzu.

Glasfaser-Ausbau als strategischer Dauerbrenner

Während die Zahlen im Rampenlicht standen, treibt die Telekom parallel ihre Infrastrukturprojekte voran. Bei der Gigabit Region Stuttgart beteiligen sich inzwischen 178 Kommunen am partnerschaftlichen Glasfaserausbau – Ziel ist eine Abdeckung von 90 Prozent der Haushalte bis 2030, wie das Unternehmen am 7. August mitteilte.

Auch in Regensburg baut der Konzern gemeinsam mit dem regionalen Anbieter R-KOM weitere Stadtteile mit Glasfaser aus, wobei die Erschließung in den Jahren 2027 und 2028 fortgesetzt werden soll.

Auf Branchenebene wird derzeit über einen anderen Ansatz diskutiert: Die Verbände BDEW, Breko und VKU brachten laut einem Bericht des SPIEGEL Anfang August ein „Fairplay-Agreement“ ins Spiel. Wettbewerber und Stadtwerke sollen sich demnach freiwillig zur gegenseitigen Netzöffnung bei Glasfaser und Mobilfunk verpflichten, um zusätzliche staatliche Regulierung abzuwenden.

Für die Telekom als größten Netzbetreiber wäre ein solches Open-Access-Modell ein zweischneidiges Schwert – mehr Wettbewerb um bestehende Netze, aber auch mehr Planungssicherheit gegenüber regulatorischen Eingriffen.

Stellenabbau in den USA und neue Konkurrenz am Horizont

In den Vereinigten Staaten setzt die Tochtergesellschaft T-Mobile US ihre „Workforce Transformation“ fort. Im ersten Halbjahr 2026 baute das Unternehmen unter Vorstandschef Srini Gopalan 4.671 Vollzeitstellen ab, das entspricht rund 6,7 Prozent der US-Belegschaft.

Der Umbau soll die Kostenstruktur straffen, während sich das Wettbewerbsumfeld verschärft: SpaceX kündigte am 5. August Pläne für eine bodengebundene Mobilfunk-Infrastruktur für seinen Satellitendienst Starlink an. Analysten werten das als künftige Konkurrenz für T-Mobile US, AT&T und Verizon.

Bewertung nach starkem Lauf

Der Kurs der Telekom-Aktie notiert aktuell bei 29,19 Euro und liegt damit 8,2 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 26,97 Euro – ein Zeichen für den intakten Aufwärtstrend der vergangenen Wochen. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, bleibt allerdings weiterhin Abstand.

Der Analyst Akhil Dattani von JP Morgan bestätigte am 6. August seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 38,00 Euro und verwies dabei auf einen im zweiten Quartal um 3 Prozent über den Markterwartungen liegenden freien Cashflow.

Für Anleger bleibt die Gemengelage aus soliden operativen Zahlen, laufenden Infrastrukturinvestitionen und strukturellem Umbau in den USA der entscheidende Rahmen, an dem sich die weitere Kursentwicklung messen lassen muss.

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