Ausgerechnet nach massiven Kursverlusten vergibt Morningstar seine Bestnote. Das Analysehaus stuft die US-gehandelten Papiere der Deutschen Telekom auf fünf Sterne hoch. Mehr geht nicht in der Morningstar-Skala. Die Aktie selbst zeigt davon bislang wenig: Am Mittwoch notiert sie bei 25,52 Euro, ein Tagesminus von 1,28 Prozent.
Morningstar sieht Lücke zum fairen Wert
Die Begründung der Analysten ist einfach. Sie sehen die Aktie nach der Schwächephase deutlich unter ihrem fairen Wert von 44 US-Dollar. Über drei Monate hat der Titel rund 20 Prozent verloren. Auf Zwölfmonatssicht steht ein ähnlich hoher Rückgang zu Buche.
Morningstar bewertet den Telekom-Konzern weiterhin mit einem schmalen wirtschaftlichen Burggraben. Die Bewertungslücke sehen die Analysten vor allem als Chance für konservative Anleger. Wichtig dabei: Ein Fünf-Sterne-Rating ist keine Kaufempfehlung. Es bedeutet nur, dass der Markt die Aktie nach Ansicht von Morningstar zu niedrig einpreist.
Auch andere Analysten bleiben zuversichtlich
Morningstar steht mit seiner Einschätzung nicht allein da. Barclays senkte Anfang Juli zwar das Kursziel von 39,50 auf 36,50 Euro. Die Einstufung Overweight blieb aber bestehen, das Aufwärtspotenzial liegt damit weiterhin bei rund 45 Prozent.
Die Bank begründet die Kürzung mit einem härteren Wettbewerbsumfeld in den USA. Zusätzlich sieht Barclays Risiken durch Satelliten-Konkurrenz im Breitbandgeschäft. Das aktuelle Kursniveau hält die Bank trotzdem für zu pessimistisch.
Auch bei der US-Tochter zeigen sich Analysten optimistisch. Die Bank of America stufte T-Mobile US zuletzt hoch. Die Experten heben die starke Marktposition in dicht besiedelten Gebieten hervor. Dort stoßen Satelliten-Anbieter an ihre technischen Kapazitätsgrenzen.
Kurs bleibt unter Druck
Die positiven Analystenstimmen haben den Kursverlauf bislang nicht gedreht. Das Papier notiert rund 25,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom 27. Februar. Zum 52-Wochen-Tief bei 23,54 Euro vom 30. Juni beträgt der Abstand dagegen nur 8,41 Prozent.
Auf Jahressicht steht ein Minus von 8,43 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 17,81 Prozent. Das laufende Aktienrückkaufprogramm des Konzerns stützt den Kurs zumindest etwas.
Die technischen Indikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. Der RSI-Wert von 41,2 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage. Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 29,50 Prozent und deutet auf anhaltend erhöhte Schwankungen hin. Sowohl der 50-Tage-Durchschnitt bei 27,45 Euro als auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 28,72 Euro liegen weiterhin klar über dem aktuellen Niveau.
Die Quartalszahlen zum zweiten Jahresviertel stehen laut Finanzkalender im August an. Sie dürften zeigen, ob das operative Geschäft die von Morningstar und Barclays angenommene Bewertungslücke tatsächlich rechtfertigt.
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