Die Deutsche Telekom stellt einen Mobilfunk-Klassiker ein: Zum 30. Juni 2026 wird der Versand und Empfang von MMS im Telekom-Netz abgeschaltet. Das bestätigt der Konzern auf seiner Hilfeseite. Auch die Wettbewerber o2 und 1&1 ziehen zum selben Datum nach.
Der Dienst, der einst Fotos, Audio-Dateien und kurze Videos über das Mobilfunknetz transportierte, ist technisch überholt. Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Signal haben MMS längst abgelöst. Die Dateigröße war zuletzt auf 0,3 Megabyte begrenzt, die Kosten lagen je nach Anbieter zwischen 39 und 79 Cent pro Nachricht. Für reine Textnachrichten bleibt die SMS weiterhin verfügbar.
Als Ersatz verweist die Telekom auf den RCS-Chat in der Nachrichten-App – ein Standard, den sowohl Android-Smartphones als auch iPhones unterstützen.
Finanziell kein Quantensprung
Eine direkte Ergebniswirkung der MMS-Abschaltung beziffert die Telekom nicht. Für Aktionäre ist der Schritt vor allem ein weiteres Signal für die Modernisierung alter Mobilfunk-Strukturen. Die Kostenersparnis durch den Wegfall des Legacy-Dienstes dürfte angesichts der Konzerndimensionen gering ausfallen.
Die Aktie notierte am Freitag bei 29,26 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen legte sie knapp sechs Prozent zu, bleibt aber 14,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,23 Euro. Mit einem RSI von 74,8 Punkten ist das Papier technisch überkauft – kurzfristig steigt das Risiko einer Korrektur.
Q1-Zahlen geben die Richtung vor
Die entscheidende finanzielle Bezugsgröße bleibt der jüngste Quartalsbericht. Im ersten Quartal 2026 steigerte die Telekom den Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL wuchs um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro, der Free Cashflow AL erreichte 5,7 Milliarden Euro.
Der Konzern hob daraufhin die Jahresziele an: Für 2026 erwartet das Management ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und einen Free Cashflow AL von mehr als 19,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie bleibt bei rund 2,20 Euro prognostiziert.
Die MMS-Abschaltung selbst liefert keinen bezifferbaren Beitrag zu diesen Zahlen. Sie passt jedoch in den breiteren Trend, alte Netz- und Kommunikationsstandards abzulösen. Ob die Deutsche Telekom ihre ambitionierten Jahresziele erreicht, wird für den Aktienkurs richtungsweisend sein – nicht das Aus eines veralteten Dienstes.
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