Deutsche Telekom-Aktie: Ein Milliarden-Deal!

Die Aktie der Deutschen Telekom notiert aktuell wieder unter ihrem Wochenhoch. Eine zweifache Übernahme in Polen sorgte nur kurz für einen Impuls.

Auf einen Blick:
  • Die Telekom-Aktie war mit weiteren Zuwächsen in die Börsenwoche gestartet
  • Ein milliardenschwerer Deal in Polen kam an den Märkten zunächst gut an
  • Doch die Papiere der Bonner haben seit Mittwoch wieder etwas nachgegeben
  • Analysten bleiben bei der T-Aktie optimistisch, die Prognosen sind ambitioniert

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochenbeginn befand sich die Aktie der Deutschen Telekom wieder im Aufwind. Ausgehend von 28,67 Euro zum Börsenschluss am vergangenen Freitag, schoben sich die Papiere der Bonner Stück für Stück nach oben. Am Mittwoch allerdings war für die Telekom-Aktie bei einem Kurs von 29,24 Euro der Wochenhöchststand erreicht. Die Nachricht vom Montag hatte offenbar ihre Wirkung verbraucht. Dabei geht es um einen Milliarden-Deal in Polen.

Deutsche Telekom vor Übernahmen in Polen

Denn wie das Unternehmen mitgeteilt hatte, plant die Deutsche Telekom die Übernahme des polnische Open-Access-Glasfasernetzbetreiber Fiberhost und des Vermarkter Inea für rund 1 Milliarde Euro vom Investor Macquarie European Infrastructure. Durch die Transaktion könne T-Mobile Polska sein führendes 5G-Netz und das forciert expandierende Festnetz-Breitbandgeschäft in Polen mit der Glasfaserinfrastruktur von Fiberhost sowie der bestehenden Kundenbasis von Inea kombinieren „und damit eine stärkere konvergente Konnektivitätsplattform mit eigener Festnetz-Infrastruktur schaffen“, wie es hieß.

Die Deutsche Telekom hat demnach die vollständige Übernahme (100 Prozent der Anteile) des polnischen Festnetzbetreibers Fiberhost sowie von Inea, einem Anbieter von Breitband- und TV-Diensten, von Macquarie European Infrastructure Fund 5, einem von Macquarie Asset Management und Minderheitsgesellschaftern verwalteten Fonds, vereinbart. Mithilfe der mehr als 300.000 Kunden von Inea sowie dem Glasfasernetz von Fiberhost, das aktuell mehr als 1,4 Millionen Haushalte erreiche, werde diese Transaktion das Wachstum von T-Mobile Polska weiter vorantreiben, heißt es.

„Beitrag zur Förderung der Digitalisierung“

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das kontinuierliche Wachstum von T-Mobile Polska“, kommentierte Dominique Leroy, Vorständin für Europa bei der Deutschen Telekom AG, die Transaktion. Indem man starke Mobilfunk- und Glasfaserkapazitäten zusammenbringe, schaffen man „eine noch bessere Grundlage für einfache, zuverlässige Dienstleistungen für unsere Kunden“, betont Leroy.

  • Gleichzeitig könne T-Mobile Polska so seinen Beitrag zur Förderung der Digitalisierung Polens ausbauen
  • Die Bedeutung solcher Investitionen reicht laut der Telekom-Managerin „über einen einzelnen Markt hinaus“

Analysten bei der Telekom-Aktie optimistisch

Bei den Anlegern kam die Nachricht von der geplanten Investition im Nachbarland gut an. Und so war die T-Aktie, die Ende Juni bei 23,53 Euro ihren Jahrestiefstand ausgebildet hatte, zunächst weiter nach oben geklettert. Allerdings hat sie mit dem jetzigen Kursstand die zuletzt aufgerufenen Kursziele der Analysten noch lange nicht erreicht.

Das zeigt der Blick auf die laut finanzen.ne im Laufe des Monats abgegeben Prognosen diverser Institute:

  • Barclays: 35,00 EUR, +21,23%
  • UBS: 36,20 EUR, +25,39%
  • Deutsche Bank: 40,00 EUR, +38,55%
  • Bernstein Research: 37,00 EUR, +28,16%

Deutsche Bank belässt Kursziel bei 40 Euro

Insbesondere Robert Grindle von Deutsche Bank Research ist äußerst optimistisch: Er hatte die Einstufung für die Aktie der Telekom nach Zahlen auf „Buy“ mit einem Kursziel von 40 Euro belassen, sieht fast 40 Prozent Kurspotenzial. Das zweite Quartal sei beruhigend verlaufen, schrieb er und hob vor allem die Anhebung der Ziele für Aktienrückkäufe und den freien Barmittelzufluss im laufenden Jahr positiv hervor. Etwas vorsichtiger zeigte sich die britische Investmentbank Barclays.

Die Quartalsergebnisse der Bonner hätten weitgehend im Rahmen der Erwartungen gelegen und der Ausblick sei etwas aufgestockt, schrieb Barclays-Analyst Mathieu Robilliard nach dem Quartalsbericht. Die Überzeugung des Managements, dass die T-Aktie unterbewertet sei, hätten sie durch das ausgeweitete Aktienrückkaufprogramm untermauert. Der Analyst erinnerte jedoch an weiter bestehende Unsicherheiten bezüglich der Neuordnungspläne für die Konzernstruktur. Und so hatte Robilliard das Kursziel für Deutsche Telekom von 36 auf 35 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Overweight“ belassen.

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