Deutsche Telekom-Aktie: Keine gute Idee?

Die Aktie der Deutschen Telekom kommt seit Tagen nicht aus dem Kurskeller. Fusionsgerüchte um US-Tochter T-Mobile kamen am Markt nicht so gut an.

Auf einen Blick:
  • Spekulationen um eine Fusion mit T-Mobile US belasten die Telekom-Aktie weiterhin
  • Es wäre der weltgrößte Telekom-Konzern, doch eine Bestätigung blieb bislang aus
  • Die Anleger sind skeptisch, die Analysten hingegen bleiben bei ihren hohen Prognosen

Liebe Leserin, lieber Leser,

noch immer kommt die Aktie der Deutschen Telekom nach ihrem Kursknick aus der vergangenen Woche nicht mehr voran. Von mehr als 29 Euro waren die Papiere des Bonner Konzerns am Mittwoch auf zwischenzeitlich 27,25 Euro gefallen, nachdem Spekulationen um die US-Tochter T-Mobile US aufkamen. Aktuell notiert die Telekom-Aktie nur unwesentlich höher bei 27,50 Euro. Die Anleger sind offenbar misstrauisch.

Deutsche Telekom und T-Mobile US bald ein Konzern?

Denn laut Medienberichten soll der Telekommunikationskonzern eine vollständige Fusion mit seiner erfolgreichen Tochtergesellschaft T-Mobile US prüfen. „In Marktkreisen wurde dieses Szenario am Mittwoch mit Skepsis aufgenommen, da eine solche Integration nicht nur finanzielle Herausforderungen, sondern auch eine potenzielle Verwässerung der staatlichen Anteile durch eine neue Holding-Struktur im Ausland nach sich ziehen könnte“, hieß es bei finanzen.net.

  • Der deutsche Konzern hat demnach über eine Idee diskutiert, bei der eine neue Holdinggesellschaft Gebote für Aktien beider Unternehmen abgeben würde
  • Ein solcher Schritt wäre, würde er umgesetzt, eines der größten öffentlichen Übernahmegeschäfte der Geschichte, hieß es den Berichten zufolge

Bund hält 14 Prozent der Telekom-Aktien

T-Mobile allerdings sprach von Spekulationen, die Deutsche Telekom äußerte sich laut tagesschau.de bisher nicht. Das Unternehmen war im Jahr 2000 mit der Übernahme von Voicestream in den US-Markt eingestiegen. Aktuell halte es mit rund 53 Prozent mehr als die Hälfte der Anteile an dem in T-Mobile umbenannten Mobilfunker. „Bei einem Zusammenschluss entstünde der gemessen am Börsenwert weltgrößte Telekom-Konzern mit einer Marktkapitalisierung von derzeit mehr als 384 Milliarden Dollar“, so der Bericht.

Neben der Bundesregierung wären demnach auch die Bundesnetzagentur und die US-Regierung im Boot, wenn es um eine Fusion geht. „Der deutsche Staat ist mit 14 Prozent an der Telekom beteiligt. Ein gleich großes Aktienpaket liegt bei der Staatsbank KfW“, heißt es. Doch noch ist das nicht mehr als ein Gerücht.

Analysten bleiben insgesamt zuversichtlich

Dennoch reagierten die Anleger mit Verkäufen, zwei Analysten hingegen bleiben weiter positiv gestimmt: So hatte die britische Investmentbank Barclays die Einstufung für Deutsche Telekom mit einem Kursziel von 39,50 Euro auf „Overweight“ belassen. Sollten die Bonner tatsächlich mit ihrer US-Tochter T-Mobile US verschmelzen, dürfte dies nur der Anfang einer größeren Branchenkonsolidierung sein, schrieb Mathieu Robilliard am Donnerstagabend anlässlich der Pressespekulationen.

Analyst Polo Tang von der schweizer UBS sah die negative Kursreaktion der Aktie auf ein mögliches Zusammengehen als Kaufgelegenheit, wie er laut Medienberichten am Donnerstag schrieb. Dass gleichzeitig auch die Aktien der US-Tochter gesunken seien, erscheine inkonsistent. Die jüngsten Presseberichte „deuteten ohnehin darauf hin, dass eine solche Transaktion nicht kurzfristig bevorstehe“, befand er. Vor diesem Hintergrund erscheine die Telekom-Aktie zu günstig. Er beließ das Kursziel auf immerhin 36,20 Euro.

Ambitionierte Telekom-Kursziele bestätigt

Auch andere Markbeobachter sehen die Aktie derzeit als unterbewerte an, das zeigen die Prognosen, die bislang für die Telekom nach den Berichten zur möglichen Fusion abgegeben wurden.

  • Bernstein Research: 37,00 EUR, +33,91%
  • Deutsche Bank: 42,00 EUR, +52,01%
  • JP Morgan: 40,00 EUR, +44,77%

Ein Zusammengehen des Telekommunikationskonzerns mit seiner US- Tochter würde die Investoren überraschen und zunächst mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben, schrieb Akhil Dattani von JP Morgan. Eine solche Transaktion ziele erkennbar darauf, den Bewertungsabschlag der Bonner im Vergleich zur US-Tochter zu beseitigen, mehr Mittel für Zukäufe zur Verfügung zu haben und den weltgrößten Telekommunikationskonzern zu schaffen. Die Mehrheit der Anleger findet das offenbar keine so gute Idee.

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