Die Deutsche Telekom brüstet sich gerne damit, fleißig zu investieren und entsprechende Ausgaben stetig zu erhöhen. Schließlich ist damit auch das Versprechen an die Kundschaft verbunden, dass die eigenen Netze stetig besser werden. Noch Anfang Dezember sprach Deutschlandchef Rodrigo Diehl davon, dass in den kommenden drei Jahren 800 Millionen Euro mehr als zuvor geplant in den Glasfaserausbau gesteckt werden sollen.
Dem gegenüber steht nun aber der Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur, über den das Portal „Golem.de“ berichtete. Dort ist zu sehen, dass die Telekom ihre Investitionen im ersten Halbjahr 2026 um rund acht Prozent zurückgefahren hat. Die Konkurrenz ruderte sogar noch mehr zurück und verzeichnete um 8,9 Prozent geringere Investitionen.
Die Telekom beschwichtigt
Ein Sprecher der Telekom versucht gegenüber Golem, die Angelegenheit richtigzustellen. Aufgrund des „hohen Tempos“ beim Glasfaserausbau könne es im Jahresverlauf aufgrund des Auf- und Abbaus von Verbindlichkeiten sowie witterungsbedingte Verschiebungen zu „Verschiebungen des ausgewiesenen Cash-Capes über die Quartals- und Jahresgrenzen kommen“.
Mit anderen Worten sollen sich Investitionen also wohl lediglich etwas in die Zukunft verschoben haben. Das wiederum lässt vermuten, dass Investitionen im zweiten Halbjahr vielleicht höher als gedacht ausfallen könnten und damit eine eventuell unangenehme Überraschung auf die Anleger wartet. Kauflaune löst das nicht aus und so gab die Telekom-Aktie am Montagmorgen in einem freundlichen Umfeld leicht auf 26,74 Euro nach.
Deutsche Telekom Aktie Chart
Fehlende Wachstumsimpulse
In den letzten Jahren konnte die Deutsche Telekom sich noch auf die US-Tochter T-Mobile als Wachstumsmotor verlassen. Doch damit hat es sich seit einigen Monaten erledigt. Das Tempo lässt zu wünschen übrig während die Herausforderungen auf dem Heimatmarkt noch immer nicht bewältigt werden konnten. Das Resultat ist ein immer deutlicherer Abwärtstrend, welcher den Kurs seit Jahresbeginn um über acht Prozent schrumpfen ließ. Verglichen mit den Höchstständen aus dem März ging es sogar um rund 25 Prozent in die Tiefe.
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