Deutsche Telekom Aktie: Höttges plant T-Mobile-Verschmelzung

Gerüchte um eine Fusion mit T-Mobile US und ein neues 5G-Projekt im Hamburger Hafen treiben die Telekom-Aktie an.

Auf einen Blick:
  • Aktie legt um 3,4 Prozent zu
  • Fusionspläne mit T-Mobile US
  • Neues 5G-Campus-Netz in Hamburg
  • Charttechnische Widerstände im Blick

Ein Bericht über eine mögliche Fusion mit T-Mobile US treibt die Telekom-Aktie am Freitag deutlich nach oben. Der Titel schließt bei 26,15 Euro, ein Plus von 3,40 Prozent. Damit gehört die Aktie zu den stärksten Werten im deutschen Markt.

Zwei Themen bestimmen den Handel: ein neues 5G-Projekt im Hamburger Hafen und die Spekulation über eine große Konzernumstrukturierung in den USA.

5G-Netz für den Hamburger Hafen

Die Telekom hat am Container Terminal Altenwerder gemeinsam mit Ericsson ein privates 5G-Campus-Netz gestartet. Das Terminal betreibt die Hamburger Hafen und Logistik AG. Das Netz deckt einen Quadratkilometer ab und versorgt kritische Logistikprozesse mit Echtzeit-Konnektivität.

Die Infrastruktur dient zugleich als Testfeld für neue Technologien im Hafenbetrieb. Das Projekt trägt den Namen PROCON-5G. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert es im Rahmen des Programms „Digitale Testfelder in Häfen“.

Höttges treibt Fusion mit T-Mobile voran

Der eigentliche Kurstreiber liegt aber in den USA. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ arbeitet Konzernchef Timotheus Höttges an einer Verschmelzung mit der US-Tochter T-Mobile. Ein kleines Spezialistenteam feilt demnach bereits konkret an einer gemeinsamen Holding-Struktur.

Vier Insider aus Konzernumfeld und Branche bestätigten dem Blatt, dass die Pläne vorankommen. Als möglicher Treiber gilt der Börsengang von SpaceX. Elon Musks Raumfahrtunternehmen bereitet über sein Satellitennetzwerk Starlink offenbar einen Einstieg ins US-Mobilfunkgeschäft vor.

Eine offizielle Bestätigung der Deutschen Telekom für die Fusionspläne gibt es bisher nicht. Auch ein Dementi bleibt aus. Details zu Struktur, Zeitplan oder Umfang der möglichen Transaktion sind damit weiter offen.

Charttechnisch noch kein Befreiungssignal

Trotz des starken Freitags bleibt die Aktie weit von ihren Jahreshochs entfernt. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom 27. Februar fehlen noch 23,87 Prozent. Zum jüngsten Tief von 23,54 Euro vom 30. Juni beträgt der Puffer 11,09 Prozent.

Auf Monatssicht steht der Titel mit minus 8,18 Prozent weiter unter Druck. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 6,17 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es 14,54 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 27,38 Euro und der 200-Tage-Durchschnitt bei 28,76 Euro markieren die nächsten Widerstände.

Der RSI von 48,2 zeigt eine neutrale Marktlage, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 31,57 Prozent bleibt aber erhöht. Das deutet auf anhaltend starke Kursausschläge hin.

Für die kommende Woche dürfte die Mischung aus Netzausbau-Meldungen und ungeklärter US-Fusionsfrage den Kurs weiter bewegen. Am 6. August legt die Deutsche Telekom ihre Quartalszahlen vor. Bis dahin bleibt offen, ob aus den Fusionsgerüchten ein konkreter Plan wird oder ob der Konzern die Spekulation dementiert.

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