Liebe Leserin, lieber Leser,
den Juli hatte die Aktie der Deutschen Telekom noch mit Bravour gemeistert. Ausgehend von 23,55 Euro am letzten Handelstag im Juni, hatten sich die Papiere des Bonner Konzerns zuletzt über die Marke von 27 Euro geschoben. Allerdings war die Telekom-Aktie Mitte Juni auch schon bei mehr als 28 Euro gehandelt worden, hat seitdem also noch immer an Wert eingebüßt. Daran ändert auch eine offenbar äußerst erfolgreiche Fußball-WM auf dem hauseigenen Sender Magenta TV nichts.
Deutsche Telekom mit Rekorden auf Magenta TV
Denn wie die Deutsche Telekom vor dem noch anstehenden Finale mitgeteilt hat, sie die FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2026 für MagentaTV „eine WM der Rekorde“, wie man jubiliert. Mit mehr als 200 Millionen Zuschauern habe das Turnier so viele Menschen wie kein Sportereignis zuvor auf der TV-Plattform der Telekom erreicht. Ganz überraschend kommt das allerdings nicht: Noch kein Turnier zuvor hatte eine solche Bedeutung, wenngleich sich die deutsche Nationalmannschaft früh verabschiedete.
Zum Vergleich: Die EURO 2024, bei der Deutschland unglücklich im Viertelfinale gegen Spanien ausschied, kam Magenta TV nach eigenen Angaben insgesamt auf 70 Millionen Zuschauer. Bei deutlich weniger Spielen, wie die Telekom-Presseabteilung nicht erwähnt. Dennoch: Während der gesamten WM stellte Magenta demnach neue Bestmarken bei Reichweiten, Social Media, Streaming und Vermarktung auf. „Das Konzept, mit einem Star-Aufgebot um Thomas Müller, Mats Hummels, Tabea Kemme und Jürgen Klopp eine WM-Berichterstattung mit über 1000 Live-Stunden zu bestreiten, ist komplett aufgegangen“, gibt man sich zufrieden.
- Spitzenreiter war der Mitteilung zufolge das exklusiv gezeigte Viertelfinale England gegen Norwegen mit acht Millionen Zuschauern
- Es folgten das Achtelfinale Brasilien gegen Norwegen mit 6,9 Millionen sowie das Gruppenspiel Frankreich gegen Senegal mit 6,5 Millionen
Fußball-WM habe „Maßstäbe gesetzt“
„MagentaTV hat die WM näher als je zuvor zu den Menschen nach Deutschland gebracht, von der Seitenlinie direkt ins Wohnzimmer. Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern in allen Bereichen Maßstäbe gesetzt: technologisch, analytisch und emotional“, so Rodrigo Diehl, Deutschland-Chef der Telekom. Das Experten-Team sei so nah am Turnier wie nie zuvor gewesen – „Shake Hands mit den Weltstars inklusive“.
Auch wirtschaftlich setzte das Turnier „neue Maßstäbe für die Deutsche Telekom“. Im bisherigen Verlauf gelangen demnach mehr als doppelt so viele Absätze wie bei der EURO 2024. Das exklusive Spiel Frankreich vs. Senegal habe zudem den stärksten Absatztag in der Geschichte von MagentaTV markiert. „Gleichzeitig war die Nachfrage im Werbemarkt außergewöhnlich hoch, etwa bei den durchgängig ausgebuchten ‚Cooling Breaks‘ sowie den exklusiven Partien.“
Telekom-Aktie folgt Kurszielen bislang nicht
Wirklich positiven Einfluss auf die T-Aktie hatte das allerdings nicht. Dabei waren die Analysten, die laut finanzen.net im Juli eine Einschätzung zum Bonner Konzern abgegeben haben, durchaus optimistisch.
- UBS: 36,20 Euro, +36,40%
- JP Morgan: 40,00 Euro, +50,72%
- Barclays: 36,50 Euro, 37,53%
Am meisten erwartet die US-Bank JPMorgan, die die Papiere der Telekom vor genau einer Woche mit einem Kursziel von 40 Euro auf „Overweight“ belassen hatte. Eine Kombination strategischer, längerfristiger Unsicherheiten habe der Aktie einen 30-prozentigen Kursrückgang gegenüber den Höchstständen im März 2025 eingebrockt, schrieb Akhil Dattani in seiner am Freitag vorliegenden Einschätzung.
Steigert die Telekom ihren Gewinn weiter?
Es dürfte mehrere Quartale dauern, bis sich die Aussichten verbesserten, so der Analyst zwar. Doch für die Anleger werde es „zunehmend schwierig, die Bewertung zu ignorieren“. Fundamental bleibe die Aktie der Telekom kurzfristig attraktiv. Dattani traut den Bonnern zu, ihre „beeindruckenden Gewinnsteigerungsraten (EPS) im prozentual zweistelligen Bereich fortzusetzen“. An den Märkten angekommen ist das allerdings bislang nicht.
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