Die Zahlen für das dritte Quartal sahen gut aus, die Aktie gab trotzdem nach. Nach anfänglichen Kursgewinnen drehte der Titel im Handelsverlauf ins Minus. Der Markt scheint mehr auf die Wettbewerbsperspektive in den USA zu schauen als auf die Bilanz.
Solides Quartal, Lob aus Frankfurt
Die Telekom meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 31,102 Milliarden Euro. Auf den ersten Blick fielen die Ergebnisse stark aus. Deutsche Bank Research beließ die Einstufung auf „Buy“ und das Kursziel bei 40 Euro.
Analyst Robert Grindle bewertet das Quartal ohne das US-Geschäft als erfreulich. Der freie Barmittelzufluss liege ohne die USA bereits über dem Jahresziel. Besonders lobte er die Leistungskennzahlen im Heimatmarkt Deutschland und in Europa.
Höttges und der Faktor Musk
Auf der Telefonkonferenz mit Journalisten sprach Konzernchef Tim Höttges vor allem über SpaceX. Er stellt sich darauf ein, dass es in den USA künftig vier Mobilfunkanbieter geben könnte. Elon Musk kaufe Frequenzen und bemühe sich um Antennenstandorte, damit zeichne sich mittelfristig mehr Wettbewerb ab.
Aktuell sei SpaceX allerdings erst ein „Trampelpfad“ im Vergleich zu den „Autobahnen“ der etablierten Netze. Höttges verwies auf Investitionen von grob geschätzt 200 Milliarden US-Dollar, die ein vollwertiger Betreiber benötige. Satellitenfunk allein genüge nicht, es brauche auch terrestrische Kapazitäten in Städten.
Spekulationen über einen Verkauf von T-Mobile US wies der Manager zurück. Man habe daran kein Interesse, zudem liege kein Angebot vor. Die Überlegung, ob Musk sein Netz selbst baue oder kaufe, sei eine rein theoretische Betrachtung gewesen. Zu künftigen Konzernstrukturen wollte er sich nicht äußern.
Europa unter Druck
Höttges sieht SpaceX nicht als US-Phänomen, sondern als globales. Gegen einen solch vertikal integrierten Konzern mit eigenen Satelliten, Chips und Rechenzentren wirkten die fragmentierten europäischen Anbieter klein. Ihnen fehlten Skaleneffekte und oft auch Satellitendienste.
Größe zu ermöglichen, nannte er daher eine zentrale Frage für die Überlebensfähigkeit der digitalen Infrastruktur in Europa. Die Telekom selbst setzt auf enge Zusammenarbeit zwischen ihren Standbeinen in Europa und den USA, um Synergien zu heben.
Für die Aktie bleibt damit ein Spannungsfeld: operativ überzeugende Zahlen und ein Kursziel von 40 Euro bei der Deutschen Bank auf der einen Seite, strategische Fragen zum US-Wettbewerb auf der anderen.
Stand heute, 05. November: Deutsche Telekom – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Deutsche Telekom investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 05. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
