Es gibt Ideen, die schon so lange in Schubladen liegen, dass man sie fast vergessen hat. Dann holt sie jemand raus, und plötzlich redet alle Welt darüber. Deutsche Telekom und T-Mobile US kennen das Gefühl offenbar gut, denn die Vollverschmelzung beider Konzerne geistert seit Jahren durch die Bonner und Bellevuer Flure. Jetzt, so berichten Bloomberg und Reuters übereinstimmend, ist die Idee wieder auf dem Tisch, diesmal ernsthafter als je zuvor.
Eine Holding für alles
Die Konstruktion, die diskutiert wird, ist nicht trivial. Eine neue Holdinggesellschaft, wohl in einer europäischen Jurisdiktion außerhalb Deutschlands angesiedelt, würde gleichzeitig Aktiengebote für Deutsche Telekom und T-Mobile US abgeben. Bestehende Aktionäre beider Konzerne würden Anteile am kombinierten Vehikel erhalten, das dann an einer US-Börse und an einem großen europäischen Handelsplatz notiert werden soll. Das Modell kennt man vom Praxair-Linde-Deal, der 2018 über eine irische Holdingstruktur abgewickelt wurde.
Schon heute hält die Telekom knapp 53 Prozent an T-Mobile. Das Problem: Die Mutter wird an der Börse weit unter dem Vielfachen bewertet, das der amerikanischen Tochter zugestanden wird, obwohl T-Mobile den Löwenanteil der Gewinne und des Wachstums liefert. CEO Tim Hoettges hat das im Februar selbst so formuliert: Der Marktwert des Konzerns werde fast ausschließlich vom US-Geschäft getrieben. Der Rest, Europa, Deutschland, das alles zieht nach unten.
Deutsche Telekom AG Aktie Chart
Weltrekord, wenn es klappt
Die Zahlen sind schwindelerregend. T-Mobile kommt auf einen Börsenwert von rund 218 Milliarden Dollar, Deutsche Telekom auf etwa 166 Milliarden Dollar. Zusammen würden sie China Mobile überholen, das derzeit mit rund 235 Milliarden Dollar bewertet wird. Und als M&A-Transaktion wäre es schlicht der größte Deal, den börsennotierte Unternehmen je miteinander eingegangen sind.
T-Mobile-Aktionäre reagierten zunächst mit einem Plus von rund 5 Prozent, gaben die Gewinne dann aber wieder ab. Die Deutsche Telekom-Aktie verlor am Mittwoch 1,5 Prozent. Der Markt glaubt also noch nicht so recht daran.
Berlin muss mitspielen
Und das aus gutem Grund. Der deutsche Staat und die KfW halten zusammen rund 28 Prozent an der Deutschen Telekom. In einer gemeinsamen Holding würde ihr Anteil verwässert. Ob Berlin das will, ist offen. Details nannte die Telekom nicht, ein Sprecher verwies lediglich darauf, dass man sich grundsätzlich nicht zu Spekulationen über Unternehmensaktivitäten äußere.
Auch in Washington braucht es politischen Rückhalt, und das ausgerechnet in einer Phase, in der Trump und die Europäer sich über Zölle und NATO streiten.
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