Die Deutsche Telekom hat am Freitag erneut die exklusiven Medienrechte an der 3. Liga erworben. An der Börse überwogen allerdings Sorgen über die Konkurrenz durch satellitengestützte Mobilfunkdienste: Die Tagesveränderung betrug -8,6%. Laut Reuters belastete dieses Branchenumfeld europäische und amerikanische Telekom-Aktien. Die Deutsche Telekom ist über ihre 54-prozentige Beteiligung an T-Mobile US betroffen.
Auslöser der Sorgen war am Freitag eine Vereinbarung von SpaceX zum Erwerb eines landesweiten Frequenzportfolios von Grain Management. Der Deal steht unter regulatorischem Vorbehalt. Für Anleger stehen damit operative Fortschritte der Telekom einer möglichen Verschärfung des Wettbewerbs gegenüber. Die Übernahmevereinbarung ist noch kein vollzogener Erwerb.
Fußballrechte sichern langfristiges Angebot
Nach Angaben der Deutschen Telekom läuft die Vereinbarung mit dem Deutschen Fußball-Bund bis einschließlich der Saison 2030/31. Sie umfasst sämtliche 380 Spiele pro Saison sowie die Relegationsspiele. Damit erhält das Unternehmen langfristige Planungssicherheit für dieses Medienangebot.
Die Verlängerung betrifft einen anderen Bereich als die von Reuters beschriebenen Mobilfunksorgen. Sie sichert bestehende Inhalte, beantwortet aber nicht die Frage nach den Auswirkungen möglicher Satellitenkonkurrenz. Für die Bewertung der Aktie sollten Anleger beide Entwicklungen deshalb auseinanderhalten.
Glasfaserausbau mit konkreten Größenordnungen
Ebenfalls am Freitag meldete die Telekom Fortschritte in Baden-Württemberg. Rund 1,8 Millionen Haushalte und Unternehmen können dort einen Telekom-Glasfasertarif nutzen. In 833 von 1.101 Kommunen ist Glasfaser ausgebaut oder im Bau.
Die Angaben beschreiben die Verfügbarkeit des Angebots und den Ausbaufortschritt, nicht die Zahl abgeschlossener Kundenverträge. Auch aus München meldeten Telekom, SWM und M-net am Mittwoch Fortschritte beim gemeinsamen FTTH-Ausbau.
Am Dienstag hatte die Telekom zudem Aufträge der Immobilienwirtschaft und von Projektentwicklern für insgesamt sieben Millionen Wohneinheiten gemeldet. In den kommenden drei Jahren sollen zusätzlich 800 Millionen Euro in den Ausbau fließen.
Diese Ausbauvorhaben zeigen konkrete operative Aktivitäten neben der Debatte über Satellitenmobilfunk. Aus den genannten Aufträgen allein lässt sich jedoch kein zusätzlicher Gewinn ableiten.
Kaufempfehlung mit niedrigerem Kursziel
Goldman Sachs senkte am Montag das Kursziel für die Deutsche Telekom von 40 auf 38 Euro. Die Kaufempfehlung blieb bestehen. Das niedrigere Ziel und die unveränderte Einstufung ergeben ein differenziertes Bild: Das Analysehaus reduzierte seine Zielmarke, änderte aber nicht seine grundsätzliche Empfehlung.
Einen weiteren Bewertungsbaustein lieferte der KI-Investorentag am selben Tag. Die Telekom erwartet bis 2030 Einsparungen bei indirekten Kosten durch KI und Automatisierung von rund 2,5 Milliarden Euro gegenüber 2023.
Dabei handelt es sich um ein erwartetes Ergebnis, nicht um bereits realisierte Einsparungen. Die Anlegerabwägung bleibt entsprechend klar: Gesicherte Medienrechte und konkrete Ausbauaufträge stehen neben längerfristigen Kostenzielen und einem noch unter Vorbehalt stehenden Wettbewerbsimpuls. Keine dieser Entwicklungen ersetzt die Bewertung der jeweils anderen.
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