Liebe Leserin, lieber Leser,
die Woche begann wieder etwas freundlicher für die Aktie der Deutschen Telekom. Von 27,13 Euro am Freitag zum Handelsschluss in Frankfurt ging es immerhin auf 27,58 Euro nach oben, ein Zugewinn von 1,6 Prozent. Doch bereits der Dienstag begann für die Papiere des Bonner Konzerns zunächst wieder leicht im Minus. Was die Anleger bei der Telekom-Aktie derzeit so verunsichert, ist unklar. Die jüngsten Einschätzungen durch Analysten jedenfalls können es nicht sein, denn die haben es in sich.
Analysten empfehlen allesamt die Telekom-Aktie
Denn ganz gleich ob britische oder schweizer Großbank, ob größtes deutsches Geldinstitut oder US-amerikanisches Analysehaus: Sie alle gaben in den vergangenen Wochen ihre Bewertung zur Aktie Deutsche Telekom ab – und empfahlen allesamt den Kauf der Papiere. Insbesondere die Deutsche Bank hat eine gewagte Prognose aufgerufen, wie folgende Auflistung durch finanzen.net zeigt:
- Barclays: 40,00 EUR, +45,03%
- UBS: 35,70 EUR, +29,44%
- Deutsche Bank: 42,00 EUR, +52,28%
- Bernstein Research: 37,00 EUR, +34,16%
Kursziel verspricht 50 Prozent Aufwärtspotenzial
Er sehe kaum ein Risiko, dass die europäischen Telekomwerte wieder „unter das Radar“ geraten, schrieb Analyst Robert Grindle von Deutsche Bank Research in seiner im Dezember vorliegenden Branchenstudie. Der Experte räumte demnach allerdings ein, dass der Sektor Schwierigkeiten haben könnte, eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen, „wenn sich die Weltlage wirtschaftlich und geopolitisch verbessert“ – was immer er damit auch gemeint haben könnte. Ein anvisiertes Plus von mehr als 50 Prozent bei der Telekom-Aktie ist allerdings eine klare Ansage.
Maurice Patrick von der britischen Investmentbank Barclays hatte die Einstufung für Deutsche Telekom erst am Freitag auf „Overweight“ mit einem Kursziel von immerhin 40 Euro belassen. Der Analyst berichtete in seiner Branchenstudie laut finanzen.net von Gesprächen mit Vertretern der großen deutschen Telekommunikationsunternehmen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass sich der Wettbewerbsdruck im vierten Quartal nicht erhöht habe. Patrick sieht vielmehr erste Anzeichen dafür, dass dieser 2026 nachlassen könnte.
- Eine Konsolidierung innerhalb des Marktes sei durchaus möglich, doch ein Zeitpunkt dafür bleibe ungewiss
- Bei der Deutschen Telekom sei „sein Vertrauen in eine Erholung am deutschen Markt gestärkt worden“
Deutsche Telekom verlor deutlich an Börsenwert
Gut möglich, dass diese Einschätzung vor dem Wochenende zum kurzen Kursanstieg bei der T-Aktie geführt hatte. Insgesamt aber bleibt die Stimmung verhalten. Nicht allein, dass die Papiere aufs Jahr gesehen mit etwa acht Prozent im Minus liegen. Das Unternehmen hat seit ihrem Mehrjahres-Hoch, ausgebildet im März 2025 bei 35,92 Euro, sogar fast ein Viertel seines Börsenwerts eingebüßt.
Rekorddividende und Aktienrückkaufsprogramm
In der Tat steht die Deutsche Telekom 2026 durchaus vor Herausforderungen, muss der Konzern doch den Spagat zwischen massiven Investitionen in das 5G-Netz und Glasfaser sowie dem technologischen Wettbewerb meistern. Und trotz der Position als globaler Marktführer bleibt der Druck in Schlüsselmärkten (insbesondere USA/T-Mobile) hoch, um die Wachstumsraten beizubehalten. Und doch gäbe es aus Anlegersicht durchaus Gründe, bei der Telekom-Aktie zuzugreifen.
- Der Bonner Konzern stellte im November eine Rekorddividende von einem Euro je Aktie in Aussicht
- Darüber hinaus kündigte die Telekom für 2026 Aktienrückkäufe in Höhe von zwei Milliarden Euro an
So richtig gezündet hat das an den Märkten bislang allerdings nicht. Tröstlich bleibt allenfalls der Blick zurück: Zwischen 2001 und 2023, gut 20 Jahre also, war die Telekom-Aktie nie mehr über die Marke von 20 Euro hinausgekommen. Ein Rückfall in diese, aus Anlegersicht, finstere Zeiten ist derzeit nicht zu befürchten.
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