Starke Zahlen aus den USA, ein Rückschlag vor Gericht in Deutschland. Die Deutsche Telekom zeigt am Donnerstag zwei Gesichter. Die Aktie verliert trotzdem 1,68 Prozent und schließt bei 26,93 Euro.
T-Mobile US übertrifft die Erwartungen
Die US-Tochter liefert operative Stärke. T-Mobile US hebt seine Jahresprognose für den freien Cashflow an. Der neue Zielkorridor liegt bei 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar, zuvor waren es 18,1 bis 18,7 Milliarden.
Der Grund: ein starkes zweites Quartal. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erreicht T-Mobile US 2,99 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 2,58 US-Dollar erwartet. Der Umsatz wächst um 7,9 Prozent auf 22,79 Milliarden US-Dollar.
Das US-Geschäft liefert den größten Ergebnisbeitrag zum Gesamtkonzern. Die Zahlen gelten deshalb als wichtiges Signal für den kommenden Donnerstag. Dann legt die Muttergesellschaft ihren Halbjahresbericht vor.
Gericht stoppt Glasfaser-Ausbau in Heidelberg
Parallel zum US-Erfolg meldet die juristische Front in Deutschland einen Dämpfer. Das Oberlandesgericht Karlsruhe entscheidet: Die Telekom muss installierte Glasfaser-Infrastruktur in einem Heidelberger Gebäude zurückbauen. Der Grund ist einfach: Der Netzausbau im sogenannten „Wohnungsstich“ erfolgte ohne Zustimmung des Gebäudeeigentümers.
Das Urteil klärt das Verhältnis zwischen der EU-Gigabit-Infrastrukturverordnung und nationalen Duldungspflichten. Für die Telekom drohen höhere bürokratische Hürden. Sollte das Vorgehen ohne explizite Einverständniserklärungen in weiteren Gebieten Schule machen, steigen auch die Kostenrisiken.
Markt bleibt trotz guter US-Zahlen skeptisch
Die starken Zahlen aus den USA reichen am Donnerstag nicht aus. Allgemeiner Verkaufsdruck drückt die Aktie um 1,68 Prozent nach unten. Mit 26,93 Euro notiert sie nun knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,04 Euro.
Die Analysten von JPMorgan passen ihr Kursziel leicht auf 38 Euro an. Ihr Optimismus für den weiteren Jahresverlauf bleibt bestehen. Im Fokus der Anleger steht nun der kommende Donnerstag mit dem vollständigen Halbjahresbericht.
Marktteilnehmer erwarten dort Details zur Dividendenplanung. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen Experten im Schnitt mit 1,13 Euro je Aktie. Im Vorjahr waren es 1,00 Euro.
Netzausbau läuft trotz Rückschlag weiter
Der Konzern treibt die Netzmodernisierung trotz der Niederlage in Heidelberg voran. Am 31. Juli meldet die Telekom neue Mobilfunkstandorte im Rhein-Kreis Neuss und in Ganderkesee. Beide funken bereits mit 4G- und 5G-Technologie.
Das Ziel: Bis 2029 soll die Flächenversorgung in Deutschland nahezu 100 Prozent erreichen. Dafür setzt das Unternehmen verstärkt auf KI-gestützte Netzoptimierung. Der Datenverbrauch steigt jährlich um etwa 30 Prozent — die Technik muss mithalten.
Am Donnerstag zeigt sich, ob die US-Stärke im Konzernbericht durchschlägt. Bis dahin bleibt das Karlsruher Urteil ein Unsicherheitsfaktor für den weiteren Glasfaser-Ausbau.
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